GDL-Chef zu Tarifstreit mit Deutscher Bahn: Bislang „null Ergebnisse erzielt“


Laut der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) habe es im Rahmen der bisherigen zwei Verhandlungstage der aktuellen Tarifrunde mit der Deutschen Bahn noch keine wirklichen Fortschritte gegeben.

„In zwei Runden haben wir null Ergebnisse erzielt“, sagte der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky am Donnerstag. „Mit dieser Aussage ist eigentlich schon alles gesagt.“

Der GDL-Chef lobte zwar, dass DB-Finanzvorstand Levin Holle die wirtschaftliche Situation des Unternehmens ausführlich dargestellt habe. Diese Zahlen bestreitet die GDL nach eigenen Angaben nicht. Allerdings bezweifelt die Gewerkschaft, dass allein die Corona-Pandemie die Ursache dafür ist. Weselsky beklagt seit längerem „Missmanagement“ im Staatskonzern. Die Deutsche Bahn erzielte 2020 einen Verlust von 5,7 Milliarden Euro, die Verschuldung stieg auf rund 30 Milliarden Euro.

Trotz der schlechten Bilanzen komme es „nicht in Frage, dass die Eisenbahner die Zeche“ zahlen sollen, betonte Weselsky. Der GDL-Chef beklagte, dass seine Gewerkschaft weiterhin vergebens auf Aussagen zu zentralen Punkten der Forderungen warte. Weder zur Frage des Tarifabschlusses für weitere Berufe, zur Entgelterhöhung und zur Corona-Beihilfe oder zur betrieblichen Altersvorsorge noch zu irgendeinem anderen Thema habe es bislang Antworten gegeben.


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Am 17. Mai wollen sich Bahn und GDL zur dritten Verhandlungsrunde treffen. Dann werde sich entscheiden, ob es um Lösungsansätze oder die Konfrontation gehe.

Mit einem 1,5-prozentigen Tarifabschluss, wie er im vergangenen Jahr mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) vereinbart wurde, wird sich Weselsky aber nicht zufriedengeben. Das hatte er in der Vergangenheit bereits mehrfach betont. Auch Streiks schloss der GDL-Chef nicht aus.

Im aktuellen Tarifstreit fordert die Lokführergewerkschaft für das gesamte direkte Personal einen Eisenbahn-Flächentarifvertrag mit einer Entgelterhöhung um 4,8 Prozent sowie eine Corona-Prämie von 1.300 Euro. Der künftige Tarifvertrag soll nach dem Willen der Gewerk­schaft neben dem Zugpersonal auch für die Arbeitnehmer der Fahrzeuginstand­haltung, des Netzbetriebs und für die Fahrweginstandhaltung gelten.


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