Projekt Sensors4Rail: Zweite Testkampagne für automatischen Zugbetrieb durchgeführt


Die Deutsche Bahn und ihre Partner sind bei der Realisierung eines autonomen Zugbe­triebs einen weiteren Schritt vorangekommen. Ab Oktober sollen in Hamburg auf einer Teilstrecke erstmals S-Bahnen automatisch unterwegs sein.

Im Rahmen des Projekts Sensors4Rail sei nun die zweite Testkampagne erfolgreich durchgeführt worden, teilte das Unternehmen kürzlich mit. Eine erste Testkampagne habe bereits im Januar stattgefunden. Eingesetzt wurde dafür ein Testfahrzeug, das mit insgesamt 14 Sensoren – quasi den „Augen des Zuges“ – ausgerüstet war. Durch Radar, Lidar und Kamerasysteme wurden Informationen über das Umfeld vor und neben dem Schienen­fahrzeug erfasst. Die Sensorik nimmt dabei sowohl entgegenkommende Züge wie auch Situationen auf Bahnsteigen und insbesondere Landmarken wie Oberleitungsmasten, Brücken, Gebäude oder Schienen wahr. Die aufgezeichneten Sensordaten werden in einer digitalen Streckenkarte hinterlegt und ermöglichen so im automatischen Betrieb die exakte Positionsbestimmung des Zuges.

In zahlreichen Testfahrten auf der Strecke zwischen den Hamburger Stationen Berliner Tor und Aumühle sei die eingesetzte Software bereits bei unterschiedlichen Umwelt­beding­ungen sowie Tag- und Nachtfahrten getestet worden.


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Sensors4Rail ist ein Gemeinschaftsprojekt, an dem neben der Deutschen Bahn und Zugher­steller Siemens Mobility auch die Unternehmen Bosch Engineering, Ibeo Automotive Systems und HERE Technologies beteiligt sind.

Insgesamt vier Züge der S-Bahn Hamburg sollen künftig auf dem 23 Kilometer langen Streckenabschnitt zwischen den Stationen Berliner Tor und Bergedorf/Aumühle hochautomatisiert fahren. Die Kosten für das Projekt liegen bei rund 60 Millionen Euro und werden von der Deutschen Bahn, Siemens Mobility und der Stadt Hamburg getragen.

Im Oktober soll der automatische S-Bahn-Betrieb im Zuge des ITS-Weltkongress 2021 in Hamburg demonstriert und gestartet werden. Die Premierenfahrt werde dann auch per Livestream übertragen, heißt es von Seiten der Deutschen Bahn.