Siemens und Stadler modernisieren U-Bahn in Lissabon

Eine U-Bahn-Station in Lissabon | Foto: Pixabay

Die Zug- und Bahntechnikhersteller Siemens Mobility und Stadler haben gemeinsam einen Auftrag aus Portugal zur Modernisierung der U-Bahn in Lissabon mit modernsten Signal­gebungs­systemen und Zügen erhalten.

Im Rahmen des Projekts wird Stadler 14 Züge mit je drei Wagen liefern; Siemens Mobility wird sein CBTC-System (Communications-Based Train Control) Trainguard MT auf der Blauen, Gelben und Grünen U-Bahn-Linie installieren und die vorhandenen Anlagen auf den neuesten Stand bringen. Die CBTC-Bordtechnologie wird sowohl in 70 Zügen der bestehenden Flotte als auch in die 14 neuen Stadler-Züge integriert. Das Auftragsvolumen liegt bei rund 114,5 Millionen Euro.

Der Vertrag umfasst die Einweisung in Betrieb und Wartung sowie die präventive und korrektive Instandhaltung aller Anlagen in den ersten drei Jahren. Ersatzteile und Verbrauchs­materialien werden weitere zwei Jahre bereitgestellt. Der vereinbarte Lieferzeitraum beträgt 77 Monate, die vorläufige Kundenabnahme reicht bis ins Jahr 2027.


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Stadler sieht eine modulare Bauweise vor, die Instandhaltungsarbeiten vereinfacht. Karosserien aus Edelstahl machen die Schienenfahrzeuge sowohl leicht als auch robust. Drei Doppeltüren pro Seite und Wagen ermöglichen den schnellen Ein- und Ausstieg der Fahrgäste. Die 14 dreiteiligen Züge werden zunächst mit dem CBTC GoA2 (halbautomatischer Zugbetrieb mit Fahrer) ausgestattet; da sie ein Upgrade auf GoA4 unterstützen, können sie künftig auch vollautomatisch und fahrerlos betrieben werden, teilen beide Unternehmen mit. Die Energie­versorgung der Fahrzeuge erfolgt über eine 750-Volt-Stromschiene. Die 49,6 Meter langen Wagen haben 90 längs angeordnete Sitzplätze, zwei Rollstuhl-Stellflächen und einen Steh­bereich für bis zu 450 Personen.

Die CBTC-Signalgebungstechnologie von Siemens Mobility liefert Echtzeit-Daten zu Fahrzeug­position und Geschwindigkeitsbedingungen beim Fahren nach dem Moving-Block-Prinzip, sodass die Anzahl der Fahrzeuge auf einem Streckenabschnitt gefahrlos erhöht werden kann. Durch die engere Taktung können mehr Fahrgäste befördert werden. Die CBTC-Technologie ist laut Siemens Mobility das weltweit am häufigsten genutzte System zur automatischen Zugbeeinflussung und zurzeit in Singapur, der Türkei, Brasilien, Spanien und China im Einsatz.