Jugendliche schrecken Kühe auf und verursachen Bahnunfall

Regionalzug erfasst auf den Gleisen stehende Kuh | Foto: Bundespolizei

In der vergangenen Woche haben zwei jugendliche Mädchen durch ihr Verhalten einen Bahnunfall provoziert. Bei dem Ereignis kam eine Kuh ums Leben.

Ein in Richtung Kempten fahrender Regionalzug erfasste am Donnerstagabend bei Lauben in Bayern eine im Gleisbereich stehende Kuh, wie die Bundespolizei mitteilte. Das Tier erlitt dabei tödliche Verletzungen. Die vier Zuginsassen, darunter auch der Lokführer, blieben unverletzt. Durch den Unfall entstand allerdings ein Sachschaden, der auf mindestens 20.000 bis 30.000 Euro geschätzt wird.

Wie Ermittlungen der Bundespolizei zeigen, waren die Tiere offenbar nicht ohne Grund aus dem Gehege ausgebrochen. Einer Zeugin, die sich am Samstag bei den Beamten meldete, waren am Unfalltag gegen 17.25 Uhr zwei Mädchen aufgefallen, die auf dem Weg entlang der besagten Weide liefen. Die vermutlich zwischen 14 und 17 Jahre alten Mädchen hätten getanzt und seien herumgesprungen. Durch ihr Handeln hätten sie die Tiere aufgeschreckt. Die Kühe seien anschließend entwischt. Eines der beiden Tiere konnte „nach einer aufwendigen Suchaktion“ wieder eingefangen werden, das andere verstarb infolge des Unfalls.

Da die Einzäunung der Weide zuvor in Ordnung gewesen sei, gehen die Beamten davon aus, dass ein Verschulden des verantwortlichen Landwirtes unwahrscheinlich ist, erklärte eine Bundespolizeisprecherin.

Die beiden tatverdächtigen Mädchen sollen im Partnerlook mit grauen Kapuzenpullovern, hellen High-Waist-Hosen sowie weißen Sneakers bekleidet gewesen sein. Außerdem trugen sie laut der Zeugenbeschreibung weiße Kopfhörer.

Ermittelt wird in diesem Fall wegen gefähr­lichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Die Bundes­polizei Kempten ist unter der Telefon­nummer 0831/540798-0 für Zeugenhinweise erreichbar.

Die Bundespolizei warnt in diesem Zusammenhang eindringlich davor, Weidetiere, insbesondere in der Nähe gefahrenträchtiger Orte, absichtlich aufzuscheuchen oder gar zu erschrecken. Man appelliere auch in Hinblick auf fragwürdige und gefährliche Trends in den sozialen Medien wie der „Kulikitaka-Challenge“, bei der vor allem Kühe erschreckt werden, sensibel mit den Tieren umzugehen, so die Polizeisprecherin.