Lokführer durch Faustschlag verletzt – Polizei ermittelt

Wappen auf der Uniform eines Bundespolizisten | Foto: EVN (Symbolbild)

Am Donnerstagabend ist ein Lokführer von einer bislang unbekannten männlichen Person durch einen Faustschlag verletzt worden. Der Geschädigte erlitt eine blutende Platzwunde sowie ein geschwollenes Auge.

Zuvor war der Lokführer auf der Bahnstrecke zwischen Jena und Leipzig zu einer Schnell­bremsung gezwungen worden, als sich eine 19-jährige Frau trotz geschlossener Halbschranke in den Gleisbereich begeben hatte. Der Lokführer öffnete daraufhin sein Fenster und forderte die Frau zum unmittelbaren Verlassen des Gleisbereiches auf. Kurz darauf nutzte ein bis dato Unbekannter die Stufen des Triebfahrzeugs, um an das Seitenfenster des Führerstands zu gelangen und schlug ohne Vorwarnung dem Lokführer mit der Faust ins Gesicht.

Die herbeigerufenen Bundespolizisten konnten die 19-Jährige im Rahmen einer Nahbereichsfahndung in einer Personengruppe in der Nähe des Haltepunkts Jena-Zwätzen ausfindig machen. Die Frau wies einen Atemalkoholwert von 1,77 Promille auf.

Neben einer Ordnungswidrigkeit wegen unerlaubten Überschreitens der Gleise wird derzeit geprüft, ob ein Verfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet werden muss, sagte ein Polizeisprecher. Der männliche Täter ist weiterhin flüchtig. Die Polizei Jena hat hierzu die weiteren Ermittlungen aufgenommen.

Infolge der Geschehnisse verspäteten sich mehrere Züge um insgesamt 172 Minuten. Der verletzte Lokführer wurde in einem Krankenhaus behandelt.