Politische Repression – Dutzenden Metro-Mitarbeitern droht in Moskau die Kündigung

Ein Fahrer der Moskauer Metro | Foto: Imago / ITAR-TASS

Zahlreichen Mitarbeitern der Moskauer Metro droht in Russland offenbar die Kündigung. Den Beschäftigten werde vorgeworfen, Kremlgegner Alexej Nawalny unterstützt zu haben.

Laut einem Bericht des unabhängigen russischen Internetsenders Doschd sollen 33 Beschäftigte bestätigt haben, dass sie von den Verantwortlichen der Moskauer Metro zur Kündigung aufgefordert wurden.

„Metro-Mitarbeiter zu feuern, weil sie Nawalny unterstützen, ist Repression in ihrer reinsten Form, wie aus den Geschichtsbüchern“, schrieb Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch bei Twitter.

Die Namen der Sympathisanten stammen offensichtlich von einem Datendiebstahl. Das Team des Oppositionellen macht dafür einen ehemaligen Mitarbeiter verantwortlich. Insgesamt sollen auch 150 Mitarbeiter der Metro betroffen sein, schreibt das RedaktionsNetzwerk Deutschland mit Verweis auf Medienberichte. Offizielle Gründe für die Kündigungen seien nicht genannt worden, hieß es.

Nawalny, der im vergangenen Jahr nur knapp einen Giftanschlag überlebt hatte, sitzt nach einer Verurteilung zu mehrjähriger Haft in einem Straflager. Einen Hungerstreik hat der 44-Jährige, der über schwere gesundheitliche Probleme klagt, auf Anraten seiner Ärzte beendet. Nawalny ist seit vielen Jahren ein hartnäckiger Kritiker und Widersacher des russischen Präsidenten Wladimir Putin.