Allianz pro Schiene: Ohne Deutschlandtakt kann Europatakt nicht funktionieren

Beklebung eines ICE 3 mit blauen Streifen zum Thema „European Year of Rail 2021“ | Foto: DB AG / Patrick Kuschfeld

Der Branchenverband Allianz pro Schiene spricht sich für den geplanten Deutschland- wie auch den Europatakt aus, mahnt aber konkrete Schritte beim Schienenausbau an.

Vor dem Schienengipfel an diesem Montag in Berlin hat das gemeinnützige Verkehrsbündnis davor gewarnt, in der Bahnpolitik den zweiten vor dem ersten Schritt zu gehen. „Der Europatakt steht für einen aktiven Klimaschutz in einer EU, in der viele Flüge durch ein attraktives Angebot auf der Schiene überflüssig werden“, sagte Schienenallianz-Geschäftsführer Dirk Flege. Er betonte aber, dass man hierzulande noch nicht einmal den Deutschlandtakt habe. „Bis heute hat die Bundesregierung dessen Umsetzung in einzelnen, konkreten Etappen nicht verbindlich auf den Weg gebracht. Ohne einen funktionierenden Deutschlandtakt als Fundament kann es mit einem Europatakt nichts werden“, so Flege weiter.

Der Deutschlandtakt ist das Leitbild für ein neues Zeitalter im Schienenverkehr, in dem flächendeckend Züge verlässlich, regelmäßig und häufig zwischen den Städten und auch auf dem Land unterwegs sein sollen. Auf dem Schienengipfel will Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) über die Übertragung dieses Konzepts auf ganz Europa sprechen.

Erfreut zeigte sich der Schienenallianz-Chef, dass neben EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel erstmals auf einem Schienengipfel reden möchte. „Diese Ansprache der Bundeskanzlerin auf dem Schienengipfel ist ein starkes Zeichen, dass die politische Unterstützung für den klimafreundlichen Verkehr zunimmt“, betonte Flege am Sonntag. „Auf die Teilnahme der Bundeskanzlerin an einem Schienengipfel haben wir lange gewartet – umso mehr freuen wir uns auf ihre Videoansprache.“