Dritte Tarifrunde mit GDL steht an – Deutsche Bahn will Angebot vorlegen

Zwei Lokomotiven der Deutschen Bahn | Foto: EVN

Die Deutsche Bahn will der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) am Montag im Rahmen der dritten Tarifrunde ein Angebot vorlegen.

„Wir legen ein Angebot vor, das hilft, die Corona-Schäden zu bewältigen und die Interessen der Beschäftigten zu wahren“, sagte DB-Personalvorstand Martin Seiler am Sonntag ohne genauere Details zu nennen. Im Gegenzug erwartet der Konzern, dass die GDL-Spitze von ihren „realitätsfernen Forderungen“ abrückt. „Jetzt wird sich zeigen, ob die GDL-Führung bereit ist, Verantwortung für Beschäftigte und Bahn zu übernehmen, den wichtigen Beitrag der Deutschen Bahn für die Mobilitätswende anzuerkennen und nicht weiter zu gefährden“, so Seiler weiter.

Das 58 Punkte umfassende Forderungspaket der GDL sei selbst zu normalen Zeiten nicht erfüllbar, heißt es von Seiten der Deutschen Bahn. Die Gewerkschaft fordert unter anderem 4,8 Prozent mehr Geld sowie eine Corona-Prämie in Höhe von 1.300 Euro. Laut Berechnungen des Staatskonzerns hätten alle Forderungen eine Steigerung der Personalkosten von mehr als 62 Prozent zur Folge. In der letzten Verhandlungsrunde Ende April hatte das Unternehmen gegenüber der GDL die schwierige Finanzlage ausführlich dargelegt. Die Bahn erzielte 2020 einen Verlust von 5,7 Milliarden Euro, die Verschuldung stieg auf rund 30 Milliarden Euro.


MEHR ZU DIESEM THEMA

Ziel der Bahn sei es, mit der Lokführergewerkschaft einen „moderaten Tarifabschluss zu vereinbaren“, da das Unternehmen von der Corona-Pandemie hart getroffen wurde. GDL-Chef Claus Weselsky betonte allerdings bereits Ende April, dass es trotz der schlechten Bilanzen nicht in Frage komme, dass die Eisenbahner die Zeche zahlen sollen.

In den zurückliegenden zwei Wochen hatten sich beide Seiten zu Sondierungsgesprächen getroffen. Dabei sei es um die Themen Entgelt, Altersvorsorge, Arbeitszeit und weitere Forderungen gegangen, teilte eine Bahnsprecherin mit.

Mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) gab es bereits im September 2020 einen Abschluss, der unter anderem 1,5 Prozent mehr Lohn ab 2022 vorsieht. Dafür hat die Bahn eine Beschäftigungsgarantie ausgesprochen. Der Bahnkonzern verwies zudem darauf, dass auch die Führungskräfte und Vorstände weniger Gehalt und geringere Boni erhalten hätten. Teilweise habe es sogar eine Nullrunde gegeben.