Neue Züge für Dänemark: Stadler geht gegen Auftragsvergabe an Konkurrent vor

Ein Zug vom Typ Coradia Stream des Herstellers Alstom | Foto: DSB / Alstom (Visualisierung)

Der unterlegene Zughersteller Stadler hat Einspruch gegen die Vergabe eines Milliarden­auftrags an Alstom eingelegt. Es geht um die Beschaffung von bis zu 150 Zügen für die Dänischen Staatsbahnen (DSB).

Stadler begründet seinen Einspruch gegenüber der DSB damit, dass das Angebot des französischen Konkurrenten nicht alle Anforderungen der Ausschreibung erfülle. Jürgen Müller, Leiter Strategie und Rollmaterial der Dänischen Staatsbahnen, wies den Vorwurf zurück und erklärte, dass man den Auftrag aufgrund der Ausschreibung nicht anders vergeben hätte können. Die DSB habe ein „professionelles und transparentes Ausschreibungsverfahren“ durchgeführt, betonte Müller.

Der im April vergebene Auftrag hat einen Gesamtwert von bis zu 20 Milliarden Kronen (fast 2,7 Milliarden Euro) und umfasst neben der Lieferung der Züge auch die Wartung der Flotte über einen Zeitraum von 40 Jahren in zwei neuen Depots in Kopenhagen und in Aarhus durch Alstom. Die neuen Züge sollen die alternden dieselbetriebenen Fahrzeuge der Baureihen IC3 (DSB MF), IR4 (DSB ER) und IC4 (DSB MG) künftig ersetzen. Vorgesehen ist, dass das neue Rollmaterial zwischen 2024 und 2030 ausgeliefert wird. Bei einer Ausschreibung dieser Größe sei es aber nicht ungewöhnlich, dass sich ein Verlierer beschwert, heißt es von Seiten der DSB. Dies hätten auch ähnliche Ausschreibungen in ganz Europa bereits gezeigt.

Die DSB geht davon aus, dass die Beschwerdekammer spätestens innerhalb von 30 Tagen entscheiden wird, ob Stadlers Einspruch aufschiebende Wirkung zukommt.