Deutsche Bahn bietet GDL geringe Lohnsteigerung – Wirtschaftliche Lage weiter angespannt

Martin Seiler, Personalvorstand der Deutschen Bahn AG | Foto: DB AG / Oliver Lang

Die Deutsche Bahn hat der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) am Montag in der dritten Tarifrunde ein Angebot mit erweitertem Kündigungs­schutz, Fortsetzung der Einstellungs­offensive, Lohn­erhöhung und Alters­vorsorge vorgelegt.

„Wir haben der GDL-Spitze heute ein Angebot unterbreitet, das der wirtschaftlichen Lage Rechnung trägt und sozial verantwortlich ist“, sagte DB-Personalvorstand Martin Seiler. Das Angebot beinhaltet laut einer Bahnsprecherin einen erweiterten Kündigungsschutz und die Fortsetzung der Einstellungs- und Qualifizierungsoffensive. Außerdem sieht es eine Lohnsteigerung – vergleichbar mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) – von 1,5 Prozent mit einer Laufzeit bis Februar 2023 vor. Darüber hinaus sei der Konzern auch in Zukunft zu einer Regelung der betrieblichen Altersvorsorge mit 3,3 Prozent Arbeitgeberbeitrag bereit. Ebenfalls schlug die Bahn erneut Gespräche über ein geregeltes Miteinander mit beiden Gewerkschaften vor.

Die Lokführergewerkschaft fordert hingegen 4,8 Prozent mehr Geld sowie eine Corona-Prämie in Höhe von 1.300 Euro. Laut Berechnungen des Staatskonzerns hätten alle 58 Punkte des Forderungspakets eine Steigerung der Personalkosten von über 60 Prozent zur Folge. „Die GDL-Spitze muss auf den Boden der Tatsachen zurückkommen und das Wiederhochfahren der Mobilität in Deutschland unterstützen“, betonte Seiler. „Arbeitsplatzsicherheit plus eine Lohnerhöhung sind in schwierigen Zeiten ein hohes Gut. Jetzt kann die GDL-Führung beweisen, ob es ihr um Verantwortung für Beschäftigte und Bahn oder um Eigeninteressen geht“, so der DB-Personalchef weiter.

Wie die Deutsche Bahn darüber hinaus mitteilte, habe die dritte Corona-Welle „die wirtschaftliche Lage im Systemverbund Bahn im ersten Quartal 2021 gegenüber dem Vorjahr weiter verschärft.“ Dies schränke die Verhandlungsspielräume weiter ein, hieß es.

Von Seiten der GDL gibt es bislang noch kein Statement. Laut der Bahnsprecherin hatte die Führung der Lokführergewerkschaft geäußert, dass sie nun bis zum 24. Mai in ihren Gremien über das Angebot geraten werde.