GDL sieht im Tarifangebot der Bahn „keine Verhandlungsgrundlage“

Claus Weselsky, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) | Foto: Imago / Future Image

Claus Weselsky, der Chef der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), sieht im Tarifangebot der Deutschen Bahn „keine Verhandlungsgrundlage“.

„Wir sind nicht nur nicht zufrieden mit dem Angebot, sondern wir werden es entsprechend beantworten“, sagte er am Dienstag laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur. „Ich möchte an der Stelle sagen, dass die Wahrscheinlichkeit von Arbeitskämpfen mit diesem Angebot angestiegen ist.“

Wann mögliche Warnstreiks drohen könnten, ist bislang noch unklar. Allerdings schloss Weselsky keinen Zeitraum aus, auch nicht Pfingsten. Der GDL-Chef betonte, dass Reisende rechtzeitig über mögliche Einschränkungen informiert würden.

Die Deutsche Bahn blieb mit ihrem Tarifangebot, welches am Montag in der dritten Verhandlungsrunde vorgelegt wurde, weit unter den Forderungen der Lokführergewerkschaft zurück. Die Bahn bietet 1,5 Prozent mehr Geld mit einer Laufzeit von Januar 2022 bis Februar 2023. Für die GDL eindeutig zu wenig. Sie forderte unter anderem 4,8 Prozent mehr Lohn sowie eine Corona-Prämie in Höhe von 1.300 Euro. Die Gewerkschaft will das weitere Vorgehen nun bis zum 24. Mai in ihren Gremien beraten.


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„Die GDL-Führung nimmt mit ihren Drohungen Schaden für Kunden und Bahn in einer Zeit bewusst in Kauf, in der Deutschland wieder hochfährt und sich aufs Reisen freut“, sagte unterdessen eine Konzernsprecherin gegenüber der Bild. „Seit heute ist belegt: Verantwortung für Beschäftigte und Arbeitsplätze hat der GDL-Chef offenbar wenig im Sinn.“

Die Deutsche Bahn verlangt von der Gewerkschaftsführung, „rasch auf den Boden der Tatsachen“ zurückzukommen. Die Corona-Schäden seien größer und der Spielraum enger geworden. „Die DB will verhandeln und das mit dem Ziel, den Millionen, die wieder vom Reisen träumen, das auch zu ermöglichen“, hieß es weiter.