Grünen-Chefin konkretisiert Forderung: Bahn attraktiver machen, statt Fliegen verbieten

Grünen-Chefin Annalena Baerbock | Foto: Grüne / DB AG

Die Bundesvorsitzende der Grünen, Annalena Baerbock, hat ihre Forderung nach einer perspektivischen Abschaffung von Kurz- und Billigflügen konkretisiert.

Sie stellte am Montag klar, „dass es nicht um ein Verbot von Flügen geht, sondern dass wir den Ausbau der Bahn massiv vorantreiben müssen, dass sich Kurzstreckenflüge erübrigen.“ Wichtig sei, „Bahnfahrten attraktiver“, „schneller und vor allem komfortabler“ zu machen.

Es brauche „eine massive Planungsbeschleunigung“ für den Ausbau und die Modernisierung des Schienennetzes. Außerdem brauche es günstigere Tickets durch eine Senkung der Trassenpreise, eine engere Taktung auf Fernverkehrsstrecken und eine Wiederbelebung des Nachtzugverkehrs in Deutschland und Europa, sagte die Grünen-Chefin. Daneben forderte sie, dass der Flugverkehr nicht gleichzeitig mit öffentlichen Geldern subventioniert werden dürfe – nur so könne die Bahn wettbewerbsfähiger werden.


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Am Wochenende hatte sich die grüne Kanzlerkandidatin dafür ausgesprochen, Kurzstrecken­flüge zu verbieten. „Kurzstreckenflüge sollte es perspektivisch nicht mehr geben“, sagte sie der Bild am Sonntag und wandte sich dabei auch gegen „Dumpingpreise“ beim Fliegen. Ähnlich wie Baerbock hatte sich vor wenigen Tagen zudem SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz geäußert. Auch er sprach sich gegen Billigflüge aus. Gegenwind gab es nach den Aussagen unter anderem von Union und FDP. Der Chef der Lufthansa-Tochter Eurowings, Jens Bischof, hatte am Montag angekündigt, weiter an Kurzstreckenflügen festzuhalten.