Medienbericht: Alstom erwägt Rückzug aus Bieterverfahren um Berliner S-Bahn

Ein S-Bahn-Triebwagen der neuen Baureihe 484 | Foto: DB AG / Pierre Adenis

Alstom erwägt offenbar den Ausstieg aus dem Bieterverfahren um die Milliardenausschreibung bei der S-Bahn Berlin.

Der französische Zughersteller hatte bislang vor, sich gemeinsam mit dem privaten Bahnunternehmen Transdev für den Betrieb und die künftige Fahrzeuglieferung zu bewerben. Sollte sich Alstom tatsächlich zurückziehen, würde nur noch ein Konsortium, bestehend aus Siemens und Stadler mit der S-Bahn Berlin GmbH übrigbleiben. Das könnte den Preis für die Länder Berlin und Brandenburg nach oben treiben.

Zu den Spekulationen, über die am Montag zuerst der Tagesspiegel berichtete, wollte sich das Unternehmen bislang nicht äußern. Erst einmal solle es Gespräche geben, hieß es.

„Wenn nun Alstom als Bieter aussteigen sollte, wäre das nicht nur ein schwerer Rückschlag“, erklärte der CDU-Verkehrspolitiker Oliver Friederici gegenüber der Berliner Zeitung. „Vielmehr würde sich dadurch auch die Verhandlungsposition des Senats gegenüber dem bisherigen Betreiber verschlechtern.“ Die Fortsetzung der bisherigen Monopolstellung der S-Bahn Berlin GmbH „wäre das Gegenteil dessen, was Berlin für den S-Bahn-Betrieb erreichen will“, so Friederici weiter.


Im Rahmen der Ausschreibung werden Unternehmen gesucht, die künftig den S-Bahn-Betrieb für Berlin und Brandenburg 15 Jahre lang betreiben und die Züge der übernächsten Generation bauen sowie instand halten. Für die Nord-Süd- und Ost-West-Strecken, rund zwei Drittel des Netzes, werden mindestens 1308 und bis zu 2160 Wagen benötigt. Es geht um elf S-Bahn-Linien, unter anderem die S1, S2, S3, S5 und S7. Die neuen Fahrzeuge, deren Lieferung zwischen 2027 und 2034 ansteht, sollen in das Eigentum des Landes Berlin übergehen. Das Projekt hat laut Medienberichten ein Volumen von bis zu elf Milliarden Euro.