Baurecht für neues elektronisches Stellwerk am Münchner Ostbahnhof

Arbeitsplatz eines Fahrdienstleiters im alten Relaisstellwerk München Ost | Foto: EVN

Das Eisenbahnbundesamt (EBA) hat die Pläne zum Bau des neuen elektronischen Stellwerks (ESTW) am Ostbahnhof in München genehmigt – und damit grünes Licht für eines der wichtigsten Bahnausbau-Projekte in München gegeben.

Das neue ESTW soll in gut zwei Jahren die bisherige Stellwerksanlage ersetzen, teilte die Deutsche Bahn am Donnerstag mit. Das etwa 50 Jahre alte Relaisstellwerk München Ost sorgt bereits seit längerer Zeit immer wieder für Probleme und Störungen. Daher verspricht sich das Unternehmen durch die Erneuerung eine deutliche Steigerung der Qualität und Zuverlässigkeit für den S-Bahn-Verkehr. „Gemeinsam mit dem Bund investieren wir 222 Millionen Euro in eines der wichtigsten Stellwerke im Großraum München“, sagte DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla. Die Münchner S-Bahn wurde vor der Pandemie von täglich rund 840.000 Fahrgästen genutzt.

Die Fahrdienstleiter im neuen elektronischen Stellwerk sollen den Zugverkehr dann künftig per Mausklick steuern. Sie sind verantwortlich für rund 70 Signale und 60 Weichen im S-Bahn Bereich.


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Für das Vorhaben verlegt die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben in den nächsten Jahren über 100 Kilometer Kabel. Die Inbetriebnahme ist schrittweise ab Mitte 2023 geplant. Zunächst sollen die Zugfahrten der ersten Stammstrecke über die elektronische Stellwerkstechnik gesteuert werden, nach Inbetriebnahme der 2. Stammstrecke auch diese Züge. Im Anschluss erfolgt die Anbindung der Fernbahngleise und der Strecke nach Giesing.

Der Bau der signaltechnischen Anlagen, die für das neue Stellwerk notwendig sind, erfolgt während des laufenden Betriebs. Klares Ziel sei es, den S-Bahn-Verkehr dabei so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Dennoch ließen sich Einschränkungen nie gänzlich vermeiden, betonte die Bahn.