15 Jahre Berliner Hauptbahnhof – Deutsche Bahn zieht positive Bilanz

Luftbildaufnahme vom Berliner Hauptbahnhof | Foto: DB AG

Am 26. Mai 2021 feiert der Berliner Hauptbahnhof seinen fünfzehnten Geburtstag. Seit seiner Eröffnung 2006 – pünktlich zur Fußballweltmeisterschaft in Deutschland – ist der Hauptbahnhof Herz und Motor des Berliner Schienennetzes, wie die Deutsche Bahn betont.

Um den vielen Bahnreisenden in der Hauptstadt Anfang der Neunzigerjahre gerecht zu werden, benötigte Berlin ein neues Verkehrskonzept für den Schienenverkehr. Ein neuer Hauptbahnhof als zentraler Knotenpunkt sollte für eine verbesserte Verkehrsanbindung sorgen. Mit der Eröffnung des Berliner Hauptbahnhofs vor 15 Jahren entstand so erstmals in der Geschichte der Hauptstadt ein Bahnhof für alle Fernzüge und ein Verbindungsstück zwischen der Ost-West- und der Nord-Süd-Achse.

Von der Inbetriebnahme bis heute sind die Reisendenzahlen um rund ein Viertel gestiegen. Waren es 2007 noch 265.000 Reisende und Besucher täglich, sind es Anfang letzten Jahres – vor der Corona-Pandemie – bereits 330.000 pro Tag gewesen. Damit zählt der Berliner Hauptbahnhof zu den meistfrequentierten Bahnhöfen Deutschlands. Rund 1.300 Züge des Fern- und Nahverkehrs halten dort pro Tag.

Seit vergangenem Jahr ist der Hauptbahnhof für Reisende und Besucher noch besser erreichbar: Die U-Bahn-Linie U5 verkehrt nun zwischen Alexanderplatz und Hauptbahnhof und bindet den Berliner Osten noch besser an. Zur Eröffnung des BER im Oktober 2020 startete auch der neue Flughafen-Express (FEX) zwischen Berlin Hauptbahnhof und dem Flughafen BER. Mit dem ersten Teilstück der neuen City-S-Bahn, die voraussichtlich im Dezember 2022 in Betrieb gehen wird, soll zudem eine schnellere Verbindung in den Norden Berlins geschaffen werden.

Blau illuminiert: Am 26. Mai 2006 wurde der Berliner Hauptbahnhof feierlich eröffnet | Foto: DB AG

Neben zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten bietet der Bahnhof weitere Besonderheiten. So befindet sich der erste Coworking-Bereich mit dem Namen „Everyworks“ in der 10. Etage der Bügelbauten. Dort stehen den Bahnkunden Büroflächen und insgesamt etwa 300 Arbeitsplätze auf 1.500 Quadratmetern zur Verfügung.

Wie die Bahn betont, war der Bau des Berliner Hauptbahnhofs zugleich Startschuss für die positive städtebauliche Entwicklung des Bahnhofsviertels. Die Standortwahl in unmittelbarer Nachbarschaft zum Regierungsviertel war lang umstritten: Beim ersten Spatenstich war das Areal des heutigen Hauptbahnhofs Brachland, und auch bei seiner Eröffnung stand der Bahnhof wie ein Monolith in der sandigen Umgebung. Mittlerweile haben sich rund um den Hauptbahnhof diverse Hotels und Bürogebäude angesiedelt, wie zum Beispiel das „Cube Berlin“ auf dem Washingtonplatz, in dem unter anderem Büros der DB untergebracht sind. Auch das 2019 eröffnete Futurium befindet sich in direkter Nähe zum Bahnhof. Ein neues Wohngebiet erstreckt sich rund um den Humboldthafen.

Entworfen wurde der Bahnhof von den Hamburger Architekten von Gerkan, Marg und Partner. Seine außergewöhnliche Architektur wurde mit diversen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Preis des Deutschen Stahlbaues 2008 und dem Internationalen Architekturpreis des Chicago Athenaeum 2007. Allianz pro Schiene kürte den Berliner Hauptbahnhof 2007 zum „Bahnhof des Jahres“.