Toilettengang bei 150 km/h – Japanischem Lokführer von Shinkansen drohen Disziplinarmaßnahmen

Ein japanischer Hochgeschwindigkeitszug | Foto: Armin Forster / Pixabay

Weil der Lokführer eines japanischen Hoch­geschwin­dig­keits­zuges während der Fahrt seinen Führerstand für einige Minuten verließ, muss er nun mit Disziplinar­maßnahmen rechnen.

Der 36-Jährige hatte während der Fahrt Bauchschmerzen bekommen und musste dringend zur Toilette. Um den Zug nicht anzuhalten, überließ er einem Schaffner für drei Minuten die Kontrolle. Dieser war jedoch nicht dafür qualifiziert, den Hochgeschwindigkeitszug zu führen. Er habe während der Abwesenheit des Lokführers nur auf dem Fahrersitz gesessen und nichts berührt, berichtete am Freitag unter anderem die britische Nachrichtenseite The Guardian mit Verweis auf die Nachrichtenagentur Kyodo. Der Zug sei mit rund 150 km/h unterwegs gewesen.

Ereignet hatte sich der Vorfall bereits am vergangenen Wochenende auf der Strecke zwischen Tokio und Osaka. Der Zug sei mit etwa 160 Passagieren besetzt gewesen. Die Pause des Lokführers wäre nicht aufgefallen, wäre der Zug nicht eine Minute verspätet am Zielbahnhof angekommen. Dies hatte nämlich eine Untersuchung zur Folge.

Hochgeschwindigkeitszüge in Japan haben eine beneidenswerte Pünktlichkeitsrate und eine beeindruckende Sicherheitsbilanz. Seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 1964 gab es keine Todesfälle aufgrund einer Entgleisung oder Kollision. Masahiro Hayatsu, ein hochrangiger Mitarbeiter der Central Japan Railway Company, betonte, dass die Handlungen des Lokführers „äußerst unangemessen“ gewesen seien.