ÖBB will Schienengüterverkehr bis 2040 verdoppeln

Eine Güterzuglokomotive der ÖBB | Foto: Pixabay

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) wollen den Gütertransport auf der Schiene deutlich ausbauen. Bis 2040 sei eine Verdoppelung vorgesehen. Dazu sollen vor allem mehr Güter mit dem Zug statt per Lkw transportiert werden.

„Wir ermöglichen durch unsere geplanten Investitionen, die Leistungen im Güterverkehr auf der Schiene bis 2040 zu verdoppeln“, sagte ÖBB CEO Andreas Matthä. Um dieses Ziel zu erreichen, will das Unternehmen in den kommenden Jahren viel Geld in die Modernisierung des Bahnsystems stecken. „Ich bin davon überzeugt, dass es in den nächsten Jahren zu einer Renaissance des Schienengüterverkehrs kommen wird. Denn jede Tonne, die auf Schienen statt auf der Straße fährt, spart sofort Co2 ein. Das ist der wirksamste Weg, den Verkehrssektor raschest möglich zu dekarbonisieren“, ergänzte er.

Laut Prognosen wird der Güterverkehr in Europa allein bis 2030 um bis zu 30 Prozent ansteigen. Von der Politik forderte der ÖBB-Chef aber bessere Rahmenbedingungen für die klimafreundliche Schiene: „Die Bahnen in Europa benötigen faire gesetzliche Wettbewerbs­bedingungen, damit sie ihre Leistungen zu wettbewerbsfähigen Preisen anbieten können: Es gibt derzeit etwa ein Ungleichgewicht bei der Einpreisung der externen Kosten: Die Schiene zahlt bis zur letzten Meile Maut, aber es gibt immer noch ein Dieselprivileg für die Straße und Flugtickets sind steuerbegünstigt, wohingegen für internationale Bahntickets die volle Mehrwertsteuer zu bezahlen ist“, betonte Matthä.

MSC Director Nicola Lelli, ÖBB CEO Andreas Matthä, RCG Vorstandssprecher Clemens Först | Foto: ÖBB / Roland Rudolph

In der vergangenen Woche haben die ÖBB zudem die zweite Ausbaustufe am Terminal Wien Süd abgeschlossen. Insgesamt wurden rund 19 Millionen Euro in die Erweiterung des Umschlagbahnhofs investiert. Damit können ab sofort 310.000 Intermodale Transport­einheiten (ITE) – Container, Sattelaufleger, Wechselbehälter – pro Jahr umgeschlagen werden. Das ist ein Plus von 105.000 ITE. Mit der geplanten dritten Ausbaustufe, innerhalb der nächsten Jahre, soll die Kapazität später sogar auf 400.000 ITE erhöht werden.

Der Terminal Wien Süd, den die ÖBB auch als „Hauptbahnhof des Güterverkehrs“ bezeichnet, habe sich laut Unternehmensangaben seit der Inbetriebnahme Ende 2016 „wirtschaftlich hervorragend entwickelt“. Bereits nach drei Jahren habe die Auslastung bei über 80 Prozent gelegen. Der jetzige Ausbau des Terminals sei daher nur der nächste logische Schritt gewesen.