Weiterhin Tausende Liter Diesel im Boden des Niederlahnsteiner Bahnhofs

Unfallstelle nach dem Bahnunglück in Niederlahnstein im August 2020 | Foto: Rhein-Lahn-Kreis

Der beim Bahnunglück im Niederlahnsteiner Bahnhof ausgelaufene Diesel wird durch die eingebauten Filteranlagen bislang nicht aus dem Boden gefördert.

Das sagte der Oberbürgermeister der Stadt Lahnstein, Peter Labonte, kürzlich gegenüber dem Regionalsender TV Mittelrhein. Dies könnte dazu führen, dass möglicherweise bald weitere Sanierungsarbeiten anstehen. Bislang sei bei der Deutschen Bahn noch nicht klar, welche Maßnahme bei den Arbeiten angewendet werden soll, hieß es. Auch der Zeitraum für die Sanierung stehe noch nicht fest.

Beim Zugunglück in Niederlahnstein im August 2020 waren mehrere mit Diesel beladene Kesselwagen entgleist und ausgelaufen. Rund 180.000 Liter Kraftstoff gelangten so ins Erdreich. Etwa die Hälfte konnte in den darauffolgenden Wochen durch Ausbaggern wieder aus dem Boden entfernt werden. Die Bahn hatte Maßnahmen unternommen, um eine Verunreinigung des Grundwassers zu vermeiden. Anwohner und Bürgerinitiativen befürchten mögliche Umweltschäden durch den restlichen Diesel im Erdboden.


Kürzlich war zudem bekannt geworden, dass der Lokführer des Unglückszuges deutlich zu schnell unterwegs gewesen war. Dem Mann wurden mehrere Geschwindigkeitsverstöße und Pflichtverletzungen zur Last gelegt, woraufhin ihm vom Eisenbahn-Bundesamt (EBA) die Berechtigung zum Führen von Triebfahrzeugen entzogen wurde. Voraussichtlich im August, ein Jahr nach dem Unglück, wird die Bundesstelle für Eisenbahnunfalluntersuchung (BEU) einen Zwischenbericht zur Unfallursache veröffentlichen.