Güterbahnverband fordert Aufhebung von Corona-Testnachweis­pflicht für Lokführer

Ein Güterzug auf freier Strecke | Foto: Pixabay

Das Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) kritisiert die Regelung, wonach für Geschäftsreisende – darunter auch Lokführer – in Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz das Vorweisen eines tagesaktuellen Corona-Schnelltests für Hotelübernachtungen erforderlich ist.

„Für die Güterbahnen bedeutet das de facto eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen trotz sinkender Inzidenzwerte“, sagte NEE-Geschäftsführer Peter Westenberger am Dienstag. In einem Brief an die Ministerpräsident:innen von Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz fordern die Güterbahnen daher, die Regelung schnellstmöglich anzupassen und die Test­nachweispflicht für die Triebfahrzeugführer:innen wieder aufzuheben. „Die Nachweis­pflicht führt bereits jetzt zu einer Belastung, die im schlimmsten Fall im Ausfall versorgungs­relevanter Güterzüge mündet“, betonte Westenberger. Unter Umständen könnte die jetzige Vorgabe bedeuten, dass die ersten Räder der Güterbahnen im nationalen wie auch im europäischen Schienengüterverkehr bald stillstehen, hieß es.

Der Güterverkehr sei bekanntlich systemrelevant und dabei für das Pandemiegeschehen deutlich irrelevanter als beispielsweise der Lkw-Verkehr. „Wenige Menschen bewegen enorme Mengen an Gütern, eine einzelne Person kann mit einem Zug bis zu 40 Lkw ersetzen.“

„Die Möglichkeit für die Unternehmen, in jedem Fall innerhalb von 24 Stunden eine Testmöglichkeit zu garantieren, sei nicht vorhanden und die Notwendigkeit für uns auch nicht nachvollziehbar“, führte der NEE-Geschäftsführer aus. Außerdem hätten die internen Infektionsschutzkonzepte der Güterbahnen seit über einem Jahr „beste Arbeit geleistet.“