Lokführergewerkschaft verlangt besseres Angebot im Tarifstreit mit der Bahn

DB-Logo auf einem ICE | Foto: DB AG / Volker Emersleben

In einem Schreiben an die Deutsche Bahn hat die Gewerkschaft Deutscher Lokomotiv­führer (GDL) das Tarifangebot des Konzerns vom 17. Mai nun auch offiziell abgelehnt.

Die GDL räumt der Bahn jetzt nach eigenen Angaben Zeit bis zum 7. Juni ein. „Bringt der Arbeitgeber kein verbessertes Angebot, dann werden die Verhandlungen scheitern und unsere Gremien Arbeitskampfmaßnahmen beschließen“, teilte die Gewerkschaft am Dienstag mit. 

Gleichzeitig betonte die Lokführergewerkschaft, dass sie sich „natürlich“ ihrer „Verantwortung für das Eisenbahnsystem bewusst“ sei. Aus diesem Grund habe sie der Bahn entsprechend geantwortet und Lösungsvorschläge unterbreitet. Diese beinhalten demnach unter anderem eine allgemeine Entgelterhöhung in Höhe des öffentlichen Dienstes sowie strukturelle Verbesserungen bei der Ausbildervergütung. Die Deutsche Bahn hatte mitgeteilt, die GDL habe in ihrer Antwort erneut ein Forderungspaket auf den Tisch gelegt, das „unverändert den wirtschaftlichen Rahmen“ sprenge. Dennoch werde das Unternehmen das Schreiben intensiv prüfen, hieß es.


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Dass nun aber zwei Wochen lang nicht verhandelt werden solle, bezeichnete die Bahn laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur als „völlig unverständlich“. Außerdem gebe es aus Sicht des Staatskonzerns, der 2020 einen Verlust von 5,7 Milliarden Euro eingefahren hat, keinen Spielraum für ein anderes Angebot. Der Bund als Eigentümer hat Milliardenhilfen in Aussicht gestellt. Rund zwei Milliarden Euro muss die Bahn selbst einsparen.

Das Angebot der Bahn – angelehnt an den Tarifabschluss mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) – beinhaltet unter anderem eine geringe Lohnsteigerung von 1,5 Prozent ab dem kommenden Jahr mit einer Laufzeit bis Februar 2023. Die Gewerkschaft hatte dagegen zuletzt unter anderem 4,8 Prozent mehr Geld sowie eine einmalige Corona-Prämie in Höhe von 1.300 Euro gefordert.