Wahrscheinlichkeit für Warnstreiks steigt – Bahn und GDL weiter uneinig

Claus Weselsky, Bundesvorsitzender der Lokführergewerkschaft GDL | Foto: Imago / Future Image

Im Tarifstreit zwischen der Lokführergewerkschaft und der Deutschen Bahn werden Warnstreiks offenbar immer wahrscheinlicher.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) habe am späten Pfingstmontagabend mitgeteilt, dass sie das Angebot der Bahn vom 17. Mai „zur solidarischen Bewältigung der Corona-Krise ablehnt“, berichtete am Dienstag die Deutsche Presse-Agentur mit Verweis auf eine Bahnsprecherin. Gleichzeitig habe die GDL wiederum ein umfangreiches Forderungspaket übermittelt, das unverändert den wirtschaftlichen Rahmen sprenge. Die Bahn wolle nun das Schreiben der GDL unverzüglich einer intensiven Prüfung unterziehen, hieß es.

Den Vorschlag der Gewerkschaft für einen Verhandlungstermin „erst in 14 Tagen“ bezeichnete die Bahn dem Bericht zufolge angesichts der aktuellen Situation als „völlig unverständlich“. Die Bahn sei jederzeit verhandlungsbereit.



GDL-Chef Claus Weselsky hatte sich bereits in der vergangenen Woche unzufrieden über das von der Bahn gemachte Angebot gezeigt und betont, dass damit die Wahrscheinlichkeit von Arbeitskämpfen angestiegen sei. Einen konkreten Beginn möglicher Warnstreik-Aktionen gibt es bislang nicht. Sollte es dazu kommen, würden Reisende aber rechtzeitig darüber informiert.

Das Angebot der Bahn – angelehnt an den Tarifabschluss mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) – beinhaltete unter anderem eine Lohn- und Gehaltssteigerung von 1,5 Prozent ab dem kommenden Jahr sowie eine Laufzeit bis Februar 2023. Der Konzern blieb damit aus Sicht der GDL deutlich hinter den Forderungen zurück. Die Gewerkschaft hatte unter anderem 4,8 Prozent mehr Geld sowie eine einmalige Corona-Prämie in Höhe von 1.300 Euro gefordert.