Möglicherweise weitere Umplanung bei der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München

Die Bauarbeiten für die zweite Münchner S-Bahn-Stammstrecke laufen seit April 2017 | Foto: DB AG / ARGE VE 10

Das bayerische Verkehrsministerium lässt prüfen, ob der künftige S-Bahn-Tunnel eine unterirdische Abzweigung nach Süden (Giesing) bekommen könnte, um die S3 nach Holzkirchen und die S7 nach Kreuzstraße direkt anzubinden.

Die Abzweigung wurde in den vergangenen Jahren zwar immer wieder erwogen, letztlich aber aus Kostengründen verworfen. Weil bei der Tunnelröhre im Osten aber ohnehin noch die Baugenehmigung fehlt, wäre für die Ergänzung zumindest kein neues Planfeststellungs­verfahren notwendig, berichtete am Mittwoch der Münchner Merkur. Die neue Entwicklung sei auch auf Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer (CSU) zurückzuführen, die im Kreis München ihren Wahlkreis hat und wiederholt auf Verbesserungen bei der S7 im Osten gedrungen habe. Ziel sei es, die Taktfolge der Züge hier von 20 auf 15 Minuten zu verkürzen.

Sollten die Änderungen beschlossen werden, würde sich die Fertigstellung des Großprojekts wohl weiter verzögern. Bereits jetzt gehen Experten davon aus, dass frühestens 2032 mit einer Inbetriebnahme zu rechnen ist. Von offizieller Seite wird noch immer das Jahr 2028 als Termin genannt. Seit gut vier Jahren wird bereits gebaut. Die Kosten für das Projekt lagen zuletzt bei über 3,8 Milliarden Euro.

Außerdem umfasst eine Liste des bayerischen Verkehrsministeriums insgesamt 43 Vorhaben, die das Bahnnetz im Großraum München verbessern sollen, schreibt die Zeitung weiter. Dazu gehören unter anderem neue S-Bahn-Stationen, eine Verlängerung aller Bahnsteige im S-Bahngebiet auf 210 Meter sowie den Ausbau des Südrings und verschiedener S-Bahnstrecken.