Deutsche Bahn setzt KI-basierte Systeme zur Betriebs­verbesserung ein

Ein Disponent in der Leitstelle Plus der S-Bahn Stuttgart in Plochingen | Foto: DB AG / Martin Schmolke

Um im Störungsfall besser zu agieren und die Zuverlässigkeit der Züge zu steigern, setzt die Deutsche Bahn künftig auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI).

Bei der S-Bahn Stuttgart unterstützt diese Technologie beispielsweise die Disponenten dabei, den Verkehr im Störungsfall möglichst effizient zu steuern, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Bei ersten Tests habe man so die Pünktlichkeit im Störungsfall „um bis zu drei Prozentpunkte“ gesteigert. „In größeren Verkehrsnetzen sind sogar bis zu zweistellige Pünktlichkeitsgewinne möglich“, erklärte DB-Digitalvorständin Sabina Jeschke. „Künstliche Intelligenz ist der entscheidende Hebel für die Pünktlichkeit“, betonte sie.

Das KI-basierte Werkzeug in der Disposition der S-Bahn Stuttgart berechnet in ca. 100-facher Echtzeit mehrere Varianten der Zugsteuerung. Die Disponenten in der Betriebszentrale können wie in einem Video den Verkehr vor- und zurückspulen und beobachten, wie sich Entscheidungen auf die Pünktlichkeit auswirken. Das Tool wurde von der Deutschen Bahn selbst entwickelt und soll noch in diesem Jahr in weiteren S-Bahn-Netzen zur Anwendung kommen.


Das Unternehmen nutzt KI aber auch zunehmend zur zustandsbasierten Wartung der Züge. Mit Hilfe dieser Verfahren werden Kamerabilder oder Sensordaten automatisiert ausgewertet, um den konkreten Instandhaltungsbedarf zu ermitteln. Das entlastet die Beschäftigten in den Werkstätten und verringert die Inspektionszeit. Weitere Projekte zielen außerdem auf die Vorhersagbarkeit von Ausfällen, um die Fahrzeugverfügbarkeit weiter zu erhöhen.