Osnabrücker Hafenbahn setzt auf Hybridlok im Rangierbetrieb

Mit der Hybridlok emissionsarm über die Hafengleise: EHB-Geschäftsführer Guido Giesen (l.) und EHB-Bahnbetriebsleiter Robin Jelken | Foto: Uwe Lewandowski

Bei der Eisenbahn- und Hafenbetriebsgesellschaft (EHB), einem 100-prozentigen Tochterunternehmen der Stadtwerke Osnabrück, kommt für den Rangierbetrieb auf den Hafengleisen neuerdings eine Hybridlok zum Einsatz.

Perspektivisch soll darüber hinaus die gesamte Diesellokflotte durch emissionsärmere Triebfahrzeuge mit Hybridantrieb ersetzt werden. Bereits seit einigen Monaten testete das Unternehmen zwei verschiedene Hybridloks des Herstellers Alstom im Rangier-Probebetrieb. Die beiden dreiachsigen Loks hatten eine Leistung von ca. 700 kW (950 PS) und waren je knapp 70 Tonnen schwer. Der einzige Unterschied: Eine verfügte über einen Nickel-Cadmium-Strom­speicher, die andere über einen Lithium-Ionen-Speicher. „Letztere überzeugte uns mehr in puncto Ladezeiten und Verfügbarkeit der angeforderten Leistung“, erläutert EHB-Geschäfts­führer Guido Giesen.

Die Anschaffungskosten einer solchen Hybridlok liegen laut der EHB bei 2,3 Millionen Euro. Eine Investition, die sich aber gleich aus mehreren Gründen auszahle: „Wir hatten im Rangier-Testbetrieb keinerlei Einschränkungen – und das bei enormen Einspareffekten“, so Giesen weiter. Gegenüber einer konventionellen Diesellok sinken der Dieselverbrauch und auch der CO2-Ausstoß um jeweils gut 60 Prozent, erklärte das Unternehmen. Ein weiterer positiver Effekt komme den Loks in puncto Lärmreduzierung und -vermeidung zu.

Bei der Osnabrücker Hafenbahn soll die neue Hybridlok vor allem im sogenannten leichten bis mittleren Rangierbetrieb eingesetzt werden. „Das sind Lasten bis zu 2.500 Tonnen“, erläutert EHB-Bahnbetriebschef Robin Jelken. Für den schweren Rangierdienst mit größeren Lasten seien dreiachsige Lokomotiven generell nicht ausgelegt. Hierfür verfügen die modernen Hybridloks aber über die Möglichkeit, zwei Maschinen zu kuppeln und diese in Doppeltraktion zu betreiben. „Diese flexible Einsatzmöglichkeit passt optimal zu unserem Betriebskonzept im Hafen Osnabrück – und zu unseren weiteren Überlegungen für einen perspektivischen Austausch unserer Hafenbahnflotte“, so Jelken weiter.