Tarifstreit: GDL wirft Bahnkonzern Täuschungen und Tricksereien vor

Mehrere abgestellte Lokomotiven der Deutschen Bahn | Foto: Pixabay

Die Lokführergewerkschaft GDL hat der Deutschen Bahn vorgeworfen, Fakten in der Öffentlichkeit zu verdrehen.

Die Bahn wolle die GDL in der Öffentlichkeit und bei den Eisenbahnern „unter Einsatz aller Mittel als unberechenbar darstellen und die Streikbereitschaft der GDL-Mitglieder untergraben“, schreibt die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) in einer aktuellen Mitteilung. Ziel sei es demnach, die Führung und die Mitglieder der GDL zu spalten. „Das alles ist Methode, um einen angemessenen Tarifabschluss mit der GDL zu verhindern.“

Die GDL fordere Tarifverträge „für alle ihre Mitglieder“ – daran habe sich „rein gar nichts verändert, auch wenn der Arbeitgeber etwas anderes behauptet“, heißt es.


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Am 7. Juni werden die Tarifverhandlungen fortgesetzt. Die Gewerkschaft hat nun die Bahn erneut aufgefordert, der GDL ein „verhandlungsfähiges Angebot“ zu unterbreiten. Andernfalls würde man eine „passende Antwort geben“. Ob damit bereits konkret Streiks drohen, erklärte die Gewerkschaft noch nicht.

Die Bahn will mit der GDL ein solidarisches Tarifpaket – angelehnt an den Tarifabschluss mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) – vereinbaren. Das erste Angebot vom 17. Mai beinhaltet unter anderem eine geringe Lohnsteigerung von 1,5 Prozent ab dem kommenden Jahr mit einer Laufzeit bis Februar 2023. Die Lokführergewerkschaft hatte dagegen zuletzt unter anderem 4,8 Prozent mehr Geld sowie eine einmalige Corona-Prämie in Höhe von 1.300 Euro gefordert.