Konkurrenten weiterhin unzufrieden mit Baustellen­management der Deutschen Bahn

Eine Gleisbaustelle bei Nacht | Foto: DB AG / Patrick Kuschfeld

Die Wettbewerbs­bahnen kritisieren das Baustellen­management der Deutschen Bahn und drängen die Infrastruktur­tochter DB Netz darauf, ihre Zusagen einzuhalten.

Auch wenn der Staatskonzern zuletzt immer wieder betonte, dass sich die Planung und Umsetzung von Baustellen verbessert habe, sehen die beiden Eisenbahnverbände NEE und Mofair weiterhin zahlreiche Kritikpunkte. Unter anderem müssten einige Güterbahnen wegen mancher Baustellen planmäßig hunderte Kilometer Umweg fahren oder Transporte kurzfristig absagen, kritisierte der Wettbewerbsbeauftragte des Netzwerks Europäischer Eisenbahnen (NEE), Wolfgang Groß. „Wenn weder Bund noch die DB Netz die entstehenden Umsatzausfälle und Mehrkosten übernehmen, erwarten wir, dass DB Netz wenigstens das Menschenmögliche zur Minimierung der Auswirkungen tut.“

Der Güterbahnverband NEE und der Verband der Wettbewerbsbahnen im Schienen­personen­verkehr, Mofair, zeigen sich mit dem aktuellen Umsetzungsstand der vor drei Jahren vorgestellten Verabredungen des „Runden Tisches Baustellenmanagement“ unzufrieden. „Dass gerade die seit Jahren zugesagte IT-Kommunikationsplattform bei DB Netz ein Opfer der Corona-Sparmaßnahmen geworden ist, ist Fahrgästen und Verladern kaum zu erklären“, sagte Mofair-Geschäftsführer Matthias Stoffregen. 2017 hatte DB Netz die Einführung einer neuen IT-Lösung für die komplexe Planung und Abstimmung der Baustellen angekündigt – doch diese sei bis heute noch nicht umgesetzt. Mit Blick auf die Verkehrsverträge im SPNV erklärte der Mofair-Chef, dass die Eisenbahnverkehrsunternehmen mit Bezug auf Baustellen noch immer zu viele Risiken tragen müssten, die nicht kalkulierbar seien.

Auch das Geld, mit dem etwa Umleitungen eingerichtet werden können oder bebaute Strecken eingleisig befahrbar blieben, reiche laut Stoffregen nicht aus. Der Bund stellt dafür mittlerweile jährlich etwa 100 Millionen Euro bereit.