Deutsche Bahn sieht „Lösungsmöglichkeiten“ im Tarifstreit mit der GDL

DB-Logo auf einem ICE | Foto: DB AG / Volker Emersleben

Bahn-Personalvorstand Martin Seiler sieht nach eigenen Angaben „Lösungs­möglich­keiten“ im Konflikt mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL).

Bahn und GDL treffen sich am Montag zur vierten Tarifrunde. „Alle Fakten liegen auf dem Tisch“, erklärte Seiler am Sonntag. Gemeint ist damit das Angebot des Konzerns sowie ein neuer Forderungskatalog der Gewerkschaft. Der Personalchef rief die Gewerkschaft eindringlich dazu auf, die „Drohungen einzustellen und ihre rein organisationspolitischen Interessen fallen zu lassen“. Fahrgäste sollten einen ungestörten Reisesommer genießen können und nicht „durch einen unnötigen Tarifkonflikt ausgebremst“ werden, betonte er. „Es gilt nun, dass alle zu solidarischen Lösungen beitragen“ – das sei möglich.

Das der Ton dennoch rauer wird, zeigte eine Pressemitteilung der GDL vor wenigen Tagen. Dort warf die Gewerkschaft der Bahn vor, zu „tricksen“ und zu „täuschen“. Mögliche Warnstreiks sind bislang alles andere als ausgeschlossen.


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Die Bahn will mit der GDL ein solidarisches Tarifpaket – angelehnt an den Tarifabschluss mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) – vereinbaren. Das lehnt die Lokführergewerkschaft bislang ab. Das von der Bahn vorgelegte Angebot, das unter anderem eine geringe Lohnsteigerung von 1,5 Prozent ab dem kommenden Jahr mit einer Laufzeit bis Februar 2023 beinhaltete, ist der GDL deutlich zu wenig. Die Lokführergewerkschaft hatte dagegen zuerst 4,8 Prozent mehr Geld sowie eine einmalige Corona-Prämie in Höhe von 1.300 Euro gefordert.

Die GDL hat mittlerweile ihre Forderungen angepasst und verlangt nun unter anderem „eine allgemeine Entgelterhöhung in Höhe des Öffentlichen Dienstes“. Dort hatten sich die Vertragsparteien im Herbst auf Lohn- und Gehaltssteigerungen von 3,2 Prozent bei einer Laufzeit von 28 Monaten geeinigt. Auch wenn die Bahn im neuen Forderungskatalog Ansätze zu einer Lösung sieht, seien die Forderungen der GDL weiterhin zu hoch.

Abgerückt ist die Gewerkschaft von der Diskussion rund um das sogenannte Tarifeinheit­sgesetz (TEG). Eine Lösung in dieser Frage wolle sie demnach nicht mit Warnstreiks durchsetzen. Bislang hatte die GDL die Tarifverhandlungen stets auch mit diesem Thema verknüpft.