Erster XXL-ICE auf den Namen „Bundesrepublik Deutschland“ getauft

Festakt inkl. Zugtaufe mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und DB-Chef Richard Lutz | Foto: DB AG / Oliver Lang

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat am Dienstag im Berliner Hauptbahnhof den ersten „XXL“-ICE, der eine Länge von 374 Meter hat und 918 Sitzplätze bietet, auf den Namen „Bundesrepublik Deutschland“ getauft.

Mit dem Festakt feierte die Deutsche Bahn zudem den 30. Geburtstag des ICE-Verkehrs. „Wenn heute debattiert wird, wie wir den CO2-Ausstoß des Verkehrs senken können, dann ist eine der Antworten mit dem ICE schon seit 30 Jahren verfügbar“, sagte Bundespräsident Steinmeier, der den ICE auch als ein „Wahrzeichen Deutschlands“ bezeichnete. Er sei aber „kein Geschichtsmonument“ sondern „eine Idee der Zukunft.“ Außerdem sprach er sich für weitere Hochgeschwindigkeitsstrecken aus. Der ICE bräuchte „planerisch und technisch anspruchsvolle Trassen, damit er sein Tempo ausfahren kann“, betonte Steinmeier. „Der ICE ist das Symbol der Mobilitätswende. Dieser Zug hat das Bahnfahren in Deutschland neu definiert“, fügte Bahnchef Richard Lutz hinzu.

Am 2. Juni 1991, vor 30 Jahren, gab der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker grünes Licht für den Start des deutschen Hochgeschwindigkeitsverkehrs auf der Schiene. Seitdem sind 1,5 Milliarden Fahrgäste mit den ICE-Zügen gereist.


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Bei dem jetzt getauften ICE handelt es sich um den ersten 13-teiligen „XXL“-ICE 4. Mit seinen über 900 Sitzplätzen könne der Zug mehr als fünfmal so viele Passagiere befördern, wie in einem typischen Mittelstreckenflugzeug, erklärte ein Bahnsprecher. Mit 15.640 PS Leistung erreicht der XXL-ICE eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 265 km/h. Aktuell besteht die ICE-Flotte aus 330 Zügen. Bis 2026 soll sie auf 421 Fahrzeuge anwachsen, langfristig seien sogar rund 600 Züge geplant. Laut Konzernangaben sollen bis 2026 insgesamt rund 8,5 Milliarden Euro in die Anschaffung neuer Fernverkehrszüge fließen.

Darüber hinaus wollen Bahn und Bund bis 2030 gemeinsam 170 Milliarden Euro in den Ausbau der Schieneninfrastruktur für den deutschen Hochgeschwindigkeitsverkehr investieren. Zentrale Projekte wie etwa Stuttgart 21 oder der Ausbau der Verbindung Berlin–Dresden sollen ab 2025 die Reisezeiten auf den Hauptrouten weiter verringern. Später soll zudem der geplante Deutschlandtakt für hohe Frequenzen, optimale Anschlüsse für den Personenverkehr und Kapazitäten für mehr Güterverkehr sorgen.