Eisenbahn-Bundesamt veröffentlicht Lärm-Monitoring Jahresbericht 2020

Räder eines Güterzuges | Foto: Pixelio / Claaslietz

Das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) hat den Jahresbericht 2020 für das Lärm-Monitoring veröffentlicht. Damit werden die Schallemissionen aus dem Schienenverkehr in Deutschland kontinuierlich und einheitlich erfasst.

Nach Angaben der Behörde sind im Jahr 2020 die Schallemissionen im Vergleich zum Vorjahr weiter zurückgegangen. Wesentlich für den Rückgang der Schallemissionen ist demnach die Umrüstung der Güterwagen von Grauguss-Bremssohlen auf Rollgeräusch-reduzierende Verbundstoff-Bremssohlen. 

Die 19 Messstationen entlang des deutschen Schienennetzes haben Zugvorbeifahrten mit einer Verfügbarkeit von 99,8 Prozent aufgezeichnet, teilte das EBA kürzlich mit. Auf Basis der Messergebnisse können nach Behördenangaben folgende wesentliche Aussagen getroffen werden:

    • Die Schallemissionen in Form von Mittelungspegeln, gemessen in einem Abstand von 7,5 Meter, liegen zwischen 65,2 dB(A) und 73,4 dB(A). Im Vergleich zum Vorjahr sind die Mittelungspegel an allen Messstationen um bis zu 4 dB(A) reduziert. Insbesondere an Messstationen mit höheren Pegeln konnte eine deutliche Reduktion gemessen werden. Selbst an Messstationen, an denen der Verkehr zugenommen hat, gingen die Schallemissionen zurück.
    • Insgesamt sind es weiterhin Güterzüge, die an den Messstationen die wesentlichen Geräuschquellen darstellen. Sie verursachten etwa 83 Prozent der gemessenen Gesamtemission. Im Vorjahr betrug der Anteil an der Gesamtemission jedoch noch 90 Prozent. Die Reduktion der Mittelungspegel ist auf die Reduktion der Emissionen aus dem Güterverkehr zurückzuführen.
    • Wesentlich für den Rückgang der Schallemissionen ist die Umrüstung der Güterwagen von Grauguss-Bremssohlen auf Rollgeräusch-reduzierende Verbundstoff-Bremssohlen bzw. die Neuanschaffung von Güterwagen, die der TSI Lärm entsprechen. Mit dieser Umrüstung bzw. Neubeschaffung wird die Schallemission eines Güterwagens um etwa 10 dB(A) reduziert. Im Mittel konnten 79 Prozent der im Jahr 2020 gemessenen Güterwagen als lärmarm1 und somit als definitiv umgerüstet klassifiziert werden. Seit Juni 2019 stieg der Anteil lärmarmer Güterwagen von 59 Prozent auf 86 Prozent im Dezember 2020. Die von Güterwagen verursachte mittlere Emission ging in diesem Zeitraum um ca. 5 dB(A) zurück.
    • Die als nicht lärmarm klassifizierten Güterwagen sind grundsätzlich auch mit Verbundstoffbremssohlen ausgestattet. Die Evaluierung des Umrüststandes der auf dem deutschen Netz verkehrenden Güterwagen durch das BMVI zum Ende 2020 hatte zum Ergebnis, dass 100 Prozent der Güterwagen mit Verbundstoffbremssohlen ausgestattet sind. Auch die Ergebnisse des Lärm-Monitorings belegen, dass im Dezember 2020 fast alle Güterwagen mit Verbundstoffbremssohlen ausgestattet waren. Die teilweise gemessenen lauteren Pegel werden u. a. von akustisch ungünstigen Fahrzeugzuständen verursacht.

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