Zwölfjähriges Mädchen auf Rangierbahnhof durch Stromschlag schwer verletzt

Piktogramme auf einem Güterwaggon weisen auf die Unfallgefahr hin (Symbolbild) | Foto: EVN

Eine Zwölfjährige ist am Donnerstag im Nürnberger Rangierbahnhof durch einen Stromschlag schwer verletzt worden. Nur wenige Tage zuvor hatte sich bereits in Mannheim ein ähnlicher Unfall ereignet.

Das Mädchen war zuvor auf einen abgestellten Güterwaggon geklettert und kam dabei der 15.000 Volt führenden Oberleitung zu nah. Das Kind habe sich im Bereich des Rangier­bahnhofs lebensgefährliche Verbrennungen zugezogen, teilte die Polizei mit. Die Verletzte wurde zur Erstversorgung in ein Krankenhaus gebracht, später aber mit dem Hubschrauber in eine Spezialklinik nach München geflogen.

Nach Angaben eines Polizeisprechers hatte ein Zeuge einen Funkenschlag und einen Schrei vom Rangierbahnhof wahrgenommen und daraufhin den Notruf verständigt. Einsatzkräfte konnten das schwerverletzte Mädchen kurz darauf im Bereich der Rangiergleise auffinden. Die Polizei hat Ermittlungen zum Unfallhergang aufgenommen.

Erst vor wenigen Tagen war es am Hauptbahnhof Mannheim zu einem ähnlichen Vorfall gekommen. Laut der Bundespolizei war am frühen Sonntagmorgen ein 16-Jähriger auf einen Oberleitungsmast gestiegen, um auf einen abgestellten Zug zu gelangen. Dabei zog sich der Jugendliche ebenfalls einen Stromschlag zu und fiel ins Gleisbett. Durch den Spannungs­überschlag in Verbindung mit einem lauten Knall, wurden Gäste eines benachbarten Hotels und Passanten auf den Vorfall aufmerksam. Die 18 Jahre alte Begleiterin des Jugendlichen leistete bis zum Eintreffen der Rettungskräfte Erste Hilfe. Der junge Mann wurde in ein Krankenhaus eingeliefert; zum Gesundheitszustand ist nichts bekannt.

Die Bundespolizei und die Deutsche Bahn warnen regelmäßig davor, Bahnanlagen zu betreten. Auch das Klettern auf Wagen oder Züge ist lebensgefährlich und verboten. Bereits ein zu geringer Abstand zur Oberleitung kann einen Spannungsüberschlag auslösen. Nicht selten enden derartige Unfälle tödlich.