Baden-Württembergs Verkehrsminister: „Bahn derzeit nicht immer eine Alternative“

Winfried Hermann, Verkehrsminister von Baden-Württemberg (Archiv) | Foto: VM BW

Im Streit um die richtigen Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel macht Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) deutlich, dass man die Bevölkerung mit zu radikalen Forderungen nicht überfordern dürfe.

„Wir müssen angesichts der neuen EU-Klimabeschlüsse und der neuesten Daten zum Klimawandel deutlich mehr tun. Aber wir sollten die Menschen nicht abschrecken, sondern für Klimaschutz gewinnen“, sagte Hermann gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Deswegen sei er im Gegensatz zu manchen Grünen nicht dafür, den CO2-Preis für Öl und Gas massiv anzuheben, was den Sprit deutlich teurer machen würde. In der Debatte um Kurzstreckenflüge warb er dafür, wo möglich auf die Bahn umzusteigen. Flüge müssten teurer werden, aber erschwinglich bleiben, so Hermann.

Allerdings betonte er auch, dass die Bahn derzeit „nicht immer eine Alternative“ sei. „Da müssen wir uns nichts vormachen. Eine Bahnstrecke mit sechs, sieben Stunden Fahrzeit kann nur schwer konkurrieren mit einem Flug von einer Stunde.“ Gleichwohl halte er den Vorschlag der grünen Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock für genau richtig, Kurzstreckenflüge durch gute Bahnverbindungen überflüssig zu machen.


Aktualisiert am 11. Juni 2021, 13:42 Uhr