Bericht: Bundeskartellamt prüft Unternehmens­gründung zwischen Bahn, Siemens und Stadler

Ein S-Bahn-Triebzug der Baureihe 484 auf der Linie S47 nach Spindlersfeld | Foto: Imago / Rüdiger Wölk

Die Deutsche Bahn und die beiden Zugbauer Siemens und Stadler haben offenbar ein gemeinsames Unternehmen gegründet, um ihre Position bei der anstehenden S-Bahn-Vergabe in Berlin weiter zu verbessern.

Wie der Tagesspiegel kürzlich berichtete, prüfe das Bundeskartellamt eine entsprechende Firmenneugründung und bezog sich dabei auf eine offenbar versehentlich veröffentlichte Notiz der Behörde. Dem Bericht zufolge habe eine Bahnsprecherin die Gründung dieser Superfirma bereits bestätigt, ohne weitere Details zu nennen.

Der einzige ernst zu nehmende Konkurrent bei der S-Bahn-Vergabe ist nur der französische Bahntechnikkonzern Alstom, der sich zusammen mit der Transdev Gruppe ebenfalls für den Betrieb und die künftige Fahrzeuglieferung beworben hat.

Bereits im Mai hatte die Zeitung jedoch berichtet, dass Alstom möglicherweise einen Rückzug aus der Ausschreibung erwäge.


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Bei der Vergabe geht es um den künftigen S-Bahn-Betrieb für Berlin und Brandenburg mit einer Laufzeit von 15 Jahren sowie um die Lieferung und Instandhaltung der übernächsten Fahrzeuggeneration. Das Projekt hat laut Medienberichten ein Volumen von bis zu elf Milliarden Euro. Für die Nord-Süd- und Ost-West-Strecken, rund zwei Drittel des Netzes, werden mindestens 1308 und bis zu 2160 Wagen benötigt. Es geht um elf S-Bahn-Linien, unter anderem die S1, S2, S3, S5 und S7. Die neuen Fahrzeuge, deren Lieferung zwischen 2027 und 2034 ansteht, sollen in das Eigentum des Landes Berlin übergehen.