Abellio droht mit Insolvenz, falls Verkehrsverbünde nicht finanziell nachlegen

Ein Regionalzug des Bahnbetreiber Abellio | Foto: EVN

Der Eisenbahnbetreiber Abellio Deutschand droht offenbar mit dem Gang zum Insolvenz­richter, falls die Verkehrs­verbünde dem Unternehmen finanziell nicht entgegenkommen.

Abellio, ein Tochterunternehmen der niederländischen Staatsbahn NS steckt bereits seit Monaten in erheblichen finanziellen Schwierigkeiten. Das Unternehmen erbringt derzeit Nahverkehrsleistungen in den fünf Bundesländern NRW, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Wie die Neue Ruhr Zeitung am Montag berichtete, habe der niederländische Finanzminister, Wopke Hoekstra, den Ministerpräsidenten der fünf betroffenen Bundesländer in einem Schreiben erklärt, dass intensive Gespräche mit den regionalen Aufgabenträgern bislang „nicht zu einer Anpassung der langfristigen Verkehrsverträge und einer angemessenen Kompen­sation geführt“ hätten. Mehrkosten gefährdeten nun die Fortführung eines qualitativ hoch­wertigen Schienenpersonennahverkehrs durch Abellio, schriebt Hoekstra dem Bericht zufolge. Schuld daran seien unter anderem „stark steigende Personal­kosten, vor allem für Lokführer“. Hinzu komme der durch Baustellen und Langsamfahrstellen desolate Zustand des Bahnnetzes sowie dessen Überlastung: Werden Züge nicht pünktlich gefahren, seien die Nahverkehrs­unternehmen darüber hinaus zu erheblichen Strafzahlungen verpflichtet.

Laut dem Zeitungsbericht habe Abellio Deutschland bereits einen prominenten Insolvenz­rechtler als Generalbevollmächtigen engagiert.