Qualität von Bahnhöfen und Haltepunkten im Rheinland gesunken

Der Personenbahnhof Bad Kreuznach (Archiv) | Foto: DB AG, Oliver Lang

Im Rheinland haben Bahnhofstester den Zustand von jedem zehnten Bahnhof und Haltepunkt laut einer neuen Untersuchung als „nicht akzeptabel“ bewertet. Dies geht aus dem am Montag vorgelegten Stationsbericht der Nahverkehr Rheinland GmbH (NVR) für das Jahr 2020 hervor.

Köln (dpa) – Die Tester hatten im Herbst 2020 insgesamt 200 Nahverkehrs-Stationen unter die Lupe genommen. In der besten Kategorie „akzeptabel“ landeten 126 Stationen (63 Prozent). 2019 lag die Quote noch bei 80 Prozent. Ein „noch akzeptabel“ bekamen 53 Stationen (27 Prozent, 2019: 19 Prozent). Auch die Anzahl der Bahnhöfe und Haltestellen mit nicht mehr akzeptablen Mängeln stieg stark: Von 4 Prozent (acht Stationen) in 2019 auf 10 Prozent (21 Stationen) in 2020.

Insbesondere das Thema Sauberkeit habe zu negativen Bewertungen geführt, so der NVR. „Vor allem wurden großflächige Graffiti in den Zugangsbereichen festgestellt.“ Als Ursache für den Anstieg bei den Vandalismus- und Graffitifällen vermutet der NVR weniger soziale Kontrolle an den Stationen, nachdem wegen der Pandemie die Zahl der Fahrgäste stark zurückgegangen war.


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Der NVR betonte, dass nicht in jedem Fall der Stationsbetreiber für die Beseitigung der Graffitis zuständig ist, da die betroffenen Zugangsbereiche oftmals im kommunalen Besitz liegen. In einigen Fällen fänden sich die Verunreinigungen mit Graffiti auch an Fassaden in privatem Besitz. Insgesamt sei es in den letzten Jahren zu einer erheblichen Zunahme von Graffitis an Stationen gekommen.

Für gut 140 der 200 Stationen ist die Bahn-Tochter DB Station & Service zuständig. Die Rurtalbahn betreibt gut 40 Stationen, die Euregio Verkehrsschienennetz GmbH knapp 20.

Der NVR ist einer der drei sogenannten Aufgabenträger für den Schienenpersonennahverkehr in NRW. Sie bestellen die Bahnfahrten bei den Eisenbahnverkehrsunternehmen. Die anderen beiden Träger sind der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr und der Nahverkehr Westfalen-Lippe. Sie hatten die Ergebnisse ihrer regelmäßigen Kontrollen schon früher vorgelegt.