Neuer Güterbahnhof in Lehrte soll 250.000 Lkw-Fahrten einsparen

vlnr. Ronald Pofalla (Infrastrukturvorstand Deutsche Bahn), Enak Ferlemann (Staatssekretär, Bundesverkehrsministerium), Bernd Althusmann, CDU (Wirtschafts- und Verkehrsminister Niedersachsen), Frank Prüße (Bürgermeister Lehrte) | Foto: DB AG / Oliver Lang

In Lehrte bei Hannover hat die Deutsche Bahn am Mittwoch ihren neuen Container­bahnhof feierlich in Betrieb genommen.

Lehrte (evn) – Bund und Bahn haben in den neuen Containerbahnhof rund 171 Millionen Euro investiert. Im sogenannten Megahub werden Container von Lastwagen auf Züge geladen. Rund 250.000 Lkw-Fahrten könnten durch die Anlage jährlich eingespart werden, sagte DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla am Mittwoch. „Mit jedem Zug, der hier startet, nehmen wir 52 Lkw von der Straße und sparen damit automatisch CO2.“ Auf dem Gelände werden bis zu 13 Güterzüge pro Tag zusammengestellt. Von Lehrte aus werden dann Ziele in Spanien, Frankreich, Schweden, Belgien und den Niederlanden angefahren. Auch Fracht bis nach China wird hier abgefertigt.

Der neue Megahub in Lehrte diene als Vorbild für viele weitere Anlagen in Deutschland, sagte der Parlamentarische Staatssekretär des Bundesverkehrsministeriums, Enak Ferlemann. Die klare Politik des Bundes sei es, Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Dazu brauche es modernste Umschlaganlagen, so Ferlemann. Auch Niedersachsens Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) betonte, dass der neue Güterbahnhof die Wettbewerbsfähigkeit der klimafreundlichen Schiene stärken und die Attraktivität Nieder­sachsens als Logistikstandort noch einmal erhöhen werde.

Nach Angaben der Bahn erfassen Video-Tore die Ladung von Zügen und Lkws schon bei der Einfahrt auf dem 120.000 Quadratmeter großen Gelände. Drei 20 Meter hohe Kräne und zwölf autonome, elektrisch betriebene Transporter sortieren die Container dann maßgeschneidert für die Güterzüge. Ein zentraler Rechner steuert das Auf- und Umladen. Das Arbeiten im Megahub sei besonders leise und energiesparend, hieß es von Seiten der Bahn. Ankommende Züge nutzen bei der Einfahrt ihren Schwung und rollen ohne Strom direkt unter die Kräne. Die Anlage bietet auch für eine künftige Erweiterung Ausbaupotenzial für doppelt so viele Kräne und bis zu 20 Transportfahrzeuge.

Quelle: DB AG