Hessens Verkehrsminister: Sperrung der Salzbachtalbrücke ist „größter anzunehmender Unfall für die Mobilität“

Tarek Al-Wazir (Grüne), Verkehrsminister in Hessen | Foto: Imago / Jörg Halisch / Michael Schick

Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir hat die notwendige Sperrung der Salzbachtalbrücke in Wiesbaden als „wirkliche Katastrophe“ bezeichnet. Unter der maroden Autobahnbrücke verlaufen auch zahlreiche Gleise zum Hauptbahnhof.

Wiesbaden (evn) – Die Sperrung des Bauwerks sei der „größte anzunehmende Unfall für die Mobilität in und um Wiesbaden“, sagte der Grünen-Politiker dem Wiesbadener Kurier. Von Seiten der Autobahn GmbH des Bundes werde fieberhaft daran gearbeitet, den Schaden einzuschätzen. Nicht bekannt ist, wie lange die Vollsperrung andauern wird. In welchem Zustand sich der Südteil der Brücke genau befindet, sei bislang unklar, erklärte der Minister.

Die Salzbachtalbrücke der A66 war am vergangenen Freitag gesperrt worden, nachdem sich der Überbau um 30 Zentimeter abgesenkt hatte und Betonbrocken heruntergefallen waren. Auch die Straßen und Bahngleise unter der Brücke dürfen nicht mehr befahren werden. Der Hauptbahnhof ist seither vom Zugverkehr so gut wie abgeschnitten.


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Vorgesehen ist offenbar, die Brücke Stück für Stück zurückzubauen, weil durch eine Sprengung auch die Nordbrücke beschädigt werden könnte. „Vielleicht kann man die Sommerferien für den schnellen Abriss nutzen“, sagte Al-Wazir. Das derzeitige Verkehrschaos müsse man in den Griff bekommen, etwa mit zusätzlichen Bussen hin zu den noch angefahrenen Bahnhöfen, erklärte der Minister. „Wir sind mit der Stadt und dem Rhein-Main-Verkehrsverbund im Gespräch über die Verstärkung von Alternativ-Routen.“

Oppositionspolitiker im Verkehrsausschuss des hessischen Landtags kritisierten den Minister. Aus ihrer Sicht hätte er den Neubau der Brücke früher und mit mehr Nachdruck vorantreiben müssen. Das System der Planung müsse generell überprüft werden. Vor allem die Pendler müssten nun die Versäumnisse der vergangenen Jahre ausbaden.