Polizei schließt Ermittlungen nach Zug­unglück im Erzgebirge ab – Lokführer droht lange Haft­strafe

Unfallstelle nach der Zugkollision am 7. Juli 2020 | Foto: Imago / CTK Photo

Knapp ein Jahr nach dem schweren Zugunglück im Erzgebirge hat die tschechische Polizei ihre Ermittlungen abgeschlossen.

Prag (dpa) – Einer der beiden Lokführer werde beschuldigt, sich nicht an die Betriebs­vor­schriften gehalten zu haben. Der 28-Jährige habe seine Abfahrt nicht gemeldet und die Vorbeifahrt des entgegenkommenden Zuges nicht abgewartet, erklärte eine Polizei­sprecherin. Bei der Kollision waren zwei Menschen ums Leben gekommen, darunter ein Deutscher. Zudem gab es neun Schwer- und 15 Leichtverletzte.

Bei einer Verurteilung drohen dem Eisenbahner den Angaben zufolge bis zu zehn Jahre Haft. Der Vorwurf laute auf fahrlässige Gefährdung der Allgemeinheit. Zu dem gleichen Schluss war bereits die staatliche Eisenbahninspektion gekommen. Sie rügte indes auch die mangelnde technische Absicherung der Strecke und empfahl Nachbesserungen.

Die beiden Triebwagenzüge waren am 7. Juli 2020 auf eingleisiger Strecke zwischen Karlsbad (Karlovy Vary) und Johanngeorgenstadt bei dem Dorf Pernink frontal zusammengestoßen. Der Sachschaden belief sich auf rund eine Million Euro.