Salzbachtalbrücke soll gesprengt werden – Wiesbadener Hauptbahnhof bleibt noch monatelang abgeschnitten

Unter der gesperrten Salzbachtalbrücke verlaufen viele Bahngleise zum Wiesbadener Hauptbahnhof | Foto: Pixabay / Imago / Michael Schick

Seit einer Woche ist der Hauptbahnhof Wiesbaden vom restlichen Zugverkehr so gut wie abgeschnitten. Nun gibt es offenbar Pläne, die marode Autobahnbrücke zu sprengen.

Wiesbaden (evn) – Die beschädigte und gesperrte Salzbachtalbrücke der Autobahn 66 soll offenbar gesprengt werden. Ziel sei, binnen zwei Monaten zunächst die südliche Brücke zu sprengen, kündigte der Direktor der Autobahn GmbH Niederlassung West, Ulrich Neuroth, am Freitag laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur an. Im Herbst könne dann der Bau der neuen Brücke beginnen. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich ein Jahr dauern.

Am Freitag vor einer Woche hatte sich der Überbau um 30 Zentimeter abgesenkt, mehrere Betonbrocken fielen von der Brücke herunter. Das knapp 60 Jahre alte Bauwerk ist seither für den Autobahnverkehr der A66 gesperrt und sorgt seit Tagen für ein Verkehrschaos. Auch die Straßen und Bahngleise unter der Brücke dürfen nicht mehr befahren werden. Der Haupt­bahnhof ist per Zug kaum noch erreichbar.

Bis auf weiteres halten nach Angaben der Bahn keine ICE-Züge mehr im Wiesbadener Hauptbahnhof. Davon sind auch die Strecken unter anderem von Köln nach Mannheim betroffen – es kommt zu Umleitungen und Verspätungen. Ebenso verkehren keine Regionalzüge und S-Bahnen mehr, mit Ausnahme der Regional­züge Wiesbaden – Niedernhausen – Limburg (Lahn).

Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) bezeichnete die aktuelle Situation als „wirkliche Katastrophe“. Die Sperrung der Brücke und das damit verbundene Verkehrschaos seien der „größte anzunehmende Unfall für die Mobilität in und um Wiesbaden“, sagte der Minister vor wenigen Tagen dem Wiesbadener Kurier.