Schienenkongress zur Verkehrsverlagerung – Schulze: „Bahnfahren ist klimafreundlichste Alternative“

SPD-Politikerin Svenja Schulze, Bundesumweltministerin | Foto: Imago / Jürgen Heinrich

Am Mittwoch haben Vertreter der Bahnbranche und der Politik darüber diskutiert, wie sowohl der Personen- als auch der Güterverkehr schneller auf die Schiene verlagert werden können und welche Hindernisse es nach wie vor gibt.

Berlin (evn) – „Die Antwort auf mehr Verkehr und Staus in den Städten darf nicht einfach ‚mehr Straßen‘ sein“, sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) am Mittwoch auf der Verkehrskonferenz des Umweltministeriums und des Branchenverbands Allianz pro Schiene. „Bahnfahren ist für viele Verkehrsstrecken die klimafreundlichste Alternative“, betonte sie.

Die Investitionen in die Schiene sind in Deutschland in den letzten Jahren angestiegen. Dieser Trend hat sich im Jahr 2020 fortgesetzt. Das Geld fließt unter anderem über das Gemeinde­verkehrs­finanzierungs­gesetz, durch die aufgestockten Regionalisierungs­mittel des Bundes und das Programm Elektrische Güterbahn in den öffentlichen Verkehr. Nach Angaben von Allianz pro Schiene zeigt ein EU-Vergleich allerdings, dass in Deutschland die Investitionspriorität noch immer auf dem Straßenbau liegt, während andere Länder wie Österreich, die Schweiz oder Luxemburg die Schiene voranstellten.



Dirk Flege, Geschäftsführer des Branchenverbands, machte deutlich, dass aus dem Europäischen Jahr der Schiene „ein Jahrzehnt der Schiene werden“ müsse. „Zur dauerhaften Senkung der Treibhausgasemissionen muss Europa der Schiene dauerhaft Priorität bei den Infrastrukturinvestitionen geben. Mit dem Deutschland- und dem Europatakt liegen dafür attraktive Visionen vor, mit denen sich die Menschen für den Ausbau des Bahnverkehrs gewinnen lassen“, sagte Flege.

Auch der Vorsitzende der Schienenallianz und stellvertretende Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Martin Burkert, erklärte, dass eine Antriebswende im Straßen­verkehr mit einer Umstellung vom Verbrenner zum Elektromotor noch keine Verkehrswende sei. „Dem Schienenverkehr kommt bei der Erreichung der verschärften Klimaschutzziele eine Schlüsselrolle zu.“