Baden-Württemberg: Abellio verspricht weiterhin stabilen Bahnbetrieb

Ein Zug von Abellio Baden-Württemberg | Foto: Imago / Arnulf Hettrich

Die finanziell angeschlagene Bahngesellschaft Abellio, ein Tochterunternehmen der niederländischen Staatsbahn, will den Zugverkehr trotz aller Probleme aufrecht­erhalten.

Stuttgart (evn) – Abellio habe einen weiterhin stabilen Bahnbetrieb zugesagt, erklärte Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann am Donnerstag. „Wir sind in intensiven Gesprächen mit dem Unternehmen und setzen alles daran, eine gute Lösung zu finden“, so der Grünen-Politiker. Dennoch bereite man sich „auf alle Eventualitäten“ vor.

Wie Hermann sagte, befinde man sich zusammen mit den anderen vier Ländern sowie mit Abellio im permanenten Austausch. „Wir suchen gemeinsam nach Lösungen im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten.“



Nach den früheren „Anlaufschwierigkeiten“ habe Abellio derzeit „ein sehr gutes Niveau an Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit erreicht“, so der Minister. Das wolle man sichern.

Abellio hatte am Mittwoch ein sogenanntes Schutzschirmverfahren beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg beantragt. Bei diesem Sanierungsverfahren im Rahmen des Insolvenzrechts bleibt das Managment an Bord und wird durch gerichtlich bestellte Juristen unterstützt. Die Löhne und Gehälter zahlt drei Monate lang die Bundesagentur für Arbeit, danach soll die Firma dies wieder übernehmen.

Abellio Deutschand ist in fünf Bundesländern unterwegs – neben Baden-Württemberg in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Das Unternehmen ist schon seit langem unter Druck und verbucht Verluste. Abellio selbst begründet die angespannte finanzielle Situation mit „massiven Kostenentwicklungen, die nicht ausreichend von den einzelnen Verkehrsverträgen gedeckt sind“. Dabei verweist die Firma unter anderem auf höhere Personalkosten und Baustellen-Folgekosten – damit gemeint sind Schienen­ersatz­verkehre und Strafzahlungen wegen Zugausfällen oder nicht erreichter Pünktlichkeits­vorgaben. Solche Mehrkosten seien nicht vorhersehbar gewesen, als Abellio die Verkehrs­verträge unterschrieben habe, argumentiert das Unternehmen.