Bahnchef Lutz übt scharfe Kritik an GDL-Chef Weselsky

Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn | Foto: DB AG / Pablo Castagnola

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Richard Lutz, hat den Chef der Gewerk­schaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) im Zusammenhang mit dem aktuellen Tarif­streit scharf kritisiert.

Berlin (evn/dts) – „Wie kann jemand, der sich als Eisenbahner aus Überzeugung versteht, sich konsequent einer solidarischen Lösung verweigern?“, fragte Lutz im Gespräch mit der Neuen Berliner Redaktionsgesellschaft in Richtung des GDL-Chefs. „Wir strecken seit zwölf Monaten die Hand aus. Mein Eindruck ist, dass seitens der GDL einfach kein Interesse besteht, aufeinander zuzugehen, sondern dass etwas anderes im Vordergrund steht: eigenes Machtinteresse“, führte Lutz aus. Weselskys Vorgehen sei „unverständlich und unvernünftig“.

Die Bahn befindet sich seit Monaten im Tarifkonflikt mit der GDL. Streiks könnte es ab Anfang August geben. Der DB-Konzern hatte der Gewerkschaft am Donnerstag ein neues Tarifangebot vorgelegt und die GDL aufgefordert, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Demnach orientiert sich die Bahn weiter am Abschluss im Öffentlichen Dienst im Bereich der Flughäfen. Die Erhöhung solle, so das Angebot der Bahn, in zwei Stufen erfolgen: Ab Januar 2022 würden die Beschäftigten 1,5 Prozent mehr Geld bekommen, ab März 2023 sei eine weitere Steigerung der Gehälter um weitere 1,7 Prozent vorgesehen.