Untersuchungsbericht: Schrankenwärterin verursachte Unfall in Frankfurt-Nied

Unfallstelle am 7. Mai 2020 | Foto: Imago / 3S PHOTOGRAPHY

Ein Fehler der Schrankenwärterin war laut dem Untersuchungsbericht Ursache für den tödlichen Unfall am Bahnübergang im Frankfurter Stadtteil Nied im Mai letzten Jahres.

Frankfurt/Main (dpa/evn) – Das geht aus dem Bericht der Bundesstelle für Eisenbahn­unfall­unter­suchung in Bonn hervor. „Primär ereignisursächlich“ sei ein Fehler der Wärterin gewesen, die unmittelbar vor einem herannahenden Zug die Schranken geöffnet habe, heißt es darin. Möglicherweise habe sie irrtümlich angenommen, der Zug sei bereits vorbeigefahren.

Am 7. Mai 2020 war eine 16 Jahre alte Fußgängerin bei offener Schranke von einem Zug erfasst und getötet worden, zwei weitere Menschen – ein Radfahrer sowie eine Pkw-Fahrerin – wurden schwer verletzt. Gegen die Schranken­wärterin ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung und Gefährdung des Bahnbetriebs.

Dem Bericht zufolge hätte die Frau nicht an der Schranke eingesetzt werden dürfen. Sie habe die nötigen Prüfungen zwar bestanden und sei vor Ort eingewiesen worden. Doch eine Bescheinigung über die erfolgte Ausbildung am Arbeitsplatz habe nicht vorgelegen, weshalb „zumindest formal“ die Voraussetzungen zum Einsatz der Wärterin gefehlt hätten.

Kurz vor dem Unglück gab es zudem technische Probleme. Die Schranken ließen sich für etwa 30 Minuten nicht öffnen. Dies habe „zusätzlich stressverstärkend und ablenkend“ auf die Wärterin gewirkt, heißt es in dem Bericht, der auch einen fehlenden Sicherheitscheck an der Anlage bemängelt.