AfD-Politiker äußert sich besorgt über Verkehrssituation auf der Gäubahn

Die Doppelstock-Intercity (IC2) sorgen seit einige Zeit für Probleme (Archiv) | Foto: Pixabay

Der verkehrspolitische Sprecher der AfD-Fraktion im Landtag von Baden-Württemberg, Miguel Klauß, hat sich besorgt zur Verkehrssituation auf der Gäubahn geäußert.

Stuttgart (evn) – Laut einer Antwort des baden-württembergischen Verkehrsministers Winfried Hermann (Grüne) auf eine mündliche Anfrage von Klauß im Landtag müssten sich Reisende und Pendler entlang der Strecke noch mindestens bis Dezember 2022 auf Verspätungen im Nah- und Fernverkehr einstellen. „Ich habe den Minister nach den störanfälligen Doppelstockzügen IC2 des Herstellers Bombardier befragt. Nach seinen Aussagen versuche die Bahn zunächst mit Software-Updates Abhilfe an der Flotte zu schaffen. Die Züge scheinen allerdings so fehlerbehaftet zu sein, dass man zum Ende des folgenden Jahres das gesamte Material auf der Gäubahn austauschen wolle“, sagte der AfD-Politiker. Das sei ein „schreckliches Signal an die Pendler und Reisenden, die auf der Strecke Stuttgart – Singen – Konstanz mindestens noch ein weiteres Jahr mit Verspätungen und Zugausfällen kämpfen müssen“, so Klauß weiter.

Außerdem zeigte er sich verwundert über Hermanns Aussage, dass mit dem europäischen Zugbeeinflussungssystem ETCS eine Kapazitätssteigerung von bis zu 35 Prozent im Bestandsnetz möglich sei. Das sei „bemerkenswert“, da selbst die Bahn in ihren Werbefilmen nur von bis zu 20 Prozent spreche, erklärte Klauß. Aber selbst diese Kapazitätssteigerungen reichten nicht aus, um die erhöhte Fahrgastzahl zu bewältigen, fügte er hinzu. Seine Partei wolle sich daher für einen zügigen und durchgängig zweigleisigen Ausbau der Gäubahn-Strecke einsetzen, „um diesen längst überfälligen Lückenschluss zu vollziehen und dieses Nadelöhr aufzulösen.“

Das Streckennetz wie auch die Fahrzeuge im Großraum Stuttgart werden in den kommenden Jahren mit dem neuen digitalen Zugsteuerungssystem ETCS ausgestattet, um mehr Züge auf den bestehenden Trassen einsetzen zu können. Der ‚Digitale Knoten Stuttgart‘ gilt dabei als Vorzeigeprojekt für den Ausbau des Netzes mit digitaler Leit- und Sicherungstechnik.