Baden-Württemberg: Hermann will Kurzstreckenflüge möglichst überflüssig machen

Ein Flugzeug in der Luft | Foto: Pixabay

Die Grünen wollen Kurzstreckenflüge, die auf Flughäfen in Baden-Württemberg starten oder landen, durch gute Bahnverbindungen überflüssig machen.

Stuttgart (evn) – Von den vier Airports im Ländle werden vor allem Kurzstreckenflüge bis zu 1.500 Kilometer abgewickelt, heißt es in einer Antwort von Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) auf eine parlamentarische Anfrage der FDP. Von Stuttgart bedienten demnach 2019 etwa 89 Prozent der Flüge die Kurzstrecke. Von Karlsruhe/Baden-Baden waren es 70 Prozent, in Friedrichshafen 89 Prozent und vom Flugplatz Mannheim sogar 100 Prozent. „Es wäre der sichere Tod für den Luftverkehrsstandort Baden-Württemberg“, sagte der FDP-Verkehrsexperte Christian Jung am Mittwoch gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hatte die Debatte um Kurzstreckenflüge im Mai ins Rollen gebracht, als sie in einem Interview sagte, dass es Kurzstreckenflüge „perspektivisch nicht mehr geben“ sollte. Laut Hermann verfolge die Landesregierung in Baden-Württemberg das Ziel, „Kurzstreckenflüge durch attraktive Angebote im Schienenpersonenfernverkehr zu reduzieren und möglichst überflüssig zu machen.“ Er sei aber auch dafür, dass Fliegen teurer werden müsse.


LESEN SIE AUCH

Laut FDP-Politiker Jung könne Baden-Württemberg auf seine Flughäfen nicht verzichten. „Sie sind das Tor zur Welt für unsere Wirtschaft und bringen die Menschen sicher in den Urlaub“, sagte der Liberale. Um mehr Klimaschutz zu erreichen, müsse man beim Fliegen auf synthetische Kraftstoffe setzen. Auch Hermann hatte zuletzt gesagt, dass Fliegen zu einer modernen Mobilität gehöre. Allerdings müsse die Flugwirtschaft beim Klimaschutz deutlich nachlegen. „Deswegen fördert das Land auch in Pilotprojekten synthetisches Kerosin auf Basis erneuerbarer Energien. Auf diese Weise kann der Flugverkehr klimafreundlicher werden“, so der Minister.