Al-Wazir für zügige Sprengung der Salzbachtalbrücke in Wiesbaden

Tarek Al-Wazir (Grüne), Verkehrsminister in Hessen | Foto: Imago / Jörg Halisch / Michael Schick

Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) hat sich für eine zügige Sprengung der maroden Salzbachtalbrücke bei Wiesbaden ausgesprochen.

Wiesbaden (evn) – Der Sommer sollte für die geplante Sprengung genutzt werden, sagte Al-Wazir am Donnerstag im hessischen Landtag. Wiesbaden müsse so schnell wie möglich wieder verkehrlich angeschlossen werden, forderte der Minister.

Die Salzbachtalbrücke musste Mitte Juni gesperrt werden, nachdem sich der Überbau an einem Pfeiler abgesenkt hatte und Betonbrocken herabgefallen waren. Neben Straßen­sperrungen ist seither auch der Bahnverkehr beeinträchtigt, weil die unter der Brücke verlaufenen Gleise nicht mehr befahren werden dürfen. Der Wiesbadener Hauptbahnhof ist daher seit Wochen nahezu komplett vom restlichen Schienennetz abgeschnitten.

Nach den Plänen der Autobahn GmbH soll das Bauwerk binnen zwei Monaten gesprengt werden, damit anschließend mit dem Neubau begonnen werden kann. Experten rechnen mit einem Ausfall der Verbindung für insgesamt rund 14 Monate.


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Kritik kam unterdessen von den verkehrspolitischen Sprechern der FDP- und SPD-Fraktionen. Al-Wazir stehe exemplarisch für die Vernachlässigung von Bau und Sanierung von Straßen und Brücken in Hessen, sagte Stefan Naas (FDP) laut einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur. Ähnlich äußerte sich auch Tobias Eckert (SPD): „Seit 2009 ist bekannt, dass die Brücke marode ist und dringend erneuert werden muss.“ Inzwischen stehe über dem Salzbachtal eine einsturzgefährdete Ruine, die das Rhein-Main-Gebiet an den Rand des Verkehrskollapses führe. Eckert warf dem Minister in seiner siebenjährigen Amtszeit Untätigkeit vor. Die gravierenden Probleme hätten früher erkannt werden müssen, sagte der SPD-Politiker.