Erster Wasserstoffzug startet Probebetrieb im Südwesten

Wasserstoffzug Coradia iLint von Hersteller Alstom | Foto: Alstom

Dieselzüge ade? Bahnfahren soll auch auf dem Land umweltfreundlicher werden, doch Elektrifizierungen sind teuer. Daher setzt das Bundesland Baden-Württemberg auch auf Wasserstoff­züge. Nun wird im Südwesten erstmals der Regelbetrieb getestet.

Hechingen (dpa/evn) – Der erste Wasserstoffzug im Regelbetrieb fährt im Südwesten von Montag (10.15 Uhr) an auf den Zollernalbbahnen. Der Zug Coradia iLint der Firma Alstom werde voraussichtlich bis Ende Februar fahrplanmäßig vor allem auf den Strecken zwischen Sigmaringen, Hechingen und Eyach unterwegs sein, teilte die landeseigene Südwestdeutsche Landesverkehrs-AG (SWEG) als Betreiberin des Netzes mit. Das baden-württembergische Verkehrsministerium erhofft sich aus dem Projekt Erkenntnisse über die Alltagstauglichkeit von Zügen mit Wasserstoff­antrieb.

Der Probebetrieb hätte eigentlich schon Anfang Mai beginnen sollen. Der Start habe sich aber verzögert, weil Lastwagen zur Lieferung und Lagerung des Wasserstoffs fehlten, sagte eine Sprecherin des Verkehrsministeriums. Der mit erneuerbaren Energien hergestellte Treibstoff für den Zug wird demnach nicht vor Ort produziert, sondern von einer Firma per Lastwagen geliefert.


LESEN SIE AUCH


Der neue Wasserstoffzug soll nach Angaben des Landesverkehrsministeriums trotz Probebetriebs von Anfang an so zuverlässig sein wie der Dieselzug, den er vorübergehend ersetzt. Dazu seien mehrere Testfahrten auf den Strecken der Zollernalbbahnen erfolgt, sagte eine Sprecherin. Ob der iLint auch dauerhaft dort zum Einsatz kommen könnte, soll nach dem Probebetrieb entschieden werden. Ein externer technischer Sachverständiger soll das Projekt dazu begleiten.