SBB stellen ältere Intercity-Wagen früher aufs Abstellgleis

Ein Reisezug der SBB | Foto: Imago / Rüdiger Wölk

Die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) ziehen ihre älteren Intercity-Wagen doch schon einige Jahre früher aus dem Verkehr als ursprünglich vorgesehen.

Eigentlich sollten die Einheitswagen IV (EW IV), die von den SBB im Fernverkehr zum Einsatz kommen, noch bis in die 2030er Jahre unterwegs sein. Schließlich wurden die Wagen erst ab 2017 umfassend modernisiert. Der Grund für die vorzeitige Ausrangierung ist das Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG). Dieses macht den Bahnen nicht nur bei den Verkehrsstationen, sondern auch beim Rollmaterial strenge Vorgaben.

So schreiben Richtlinien des Bundesamts für Verkehr vor, dass bis Ende 2023 auf jeder Fernverkehrsstrecke pro Stunde und Richtung mindestens ein Zug mit niveaugleichem Einstieg verkehren muss. Ersetzt werden sollen die Wagen deshalb durch neue Züge. Laut der heutigen Planung gehen die SBB davon aus, dass sie das BehiG und die damit verbundenen Normen bis 2024 grundsätzlich erfüllen können, wie eine Unternehmenssprecherin gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung sagte.

Die SBB haben bereits im Mai für 1,3 Milliarden Franken 60 zusätzliche Doppelstockzüge bei Stadler bestellt, von denen 41 für den Interregio-Verkehr bestimmt sind. Mit deren Auslieferung werde die Anzahl der EW IV bis etwa 2027 sukzessive reduziert, hieß es von Seiten der Schweizer Bahngesellschaft. Etwa 100 Wagen des Typs sollen dann vorzeitig ersetzt werden.


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Ab 2024 wollen die SBB die EW IV und die baulich verwandten Eurocity-Wagen im nationalen Fernverkehr nur noch in reduziertem Umfang einsetzen, berichtet die NZZ weiter. Die Wagen sollen demnach nur noch als Zusatzzüge zu Spitzenverkehrszeiten, im touristischen Verkehr oder als sogenannte Verstärkungsmodule für die Pendelzüge mit den IC-Doppelstockwagen eingesetzt werden.

Für traurige Schlagzeilen sorgte ein Wagen vom Typ EW IV im August 2019: Damals war ein Zugchef der SBB bei der Zugabfertigung mit seinem Arm in einer Tür eingeklemmt worden und tödlich verunglückt. Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) stellte im Rahmen der Unfallermittlungen fest, dass der Einklemmschutz an der Tür defekt war. Bei der Überprüfung der Wagenflotte wurden weitere derartige Defekte auch bei anderen Wagen  dieses Typs entdeckt.