LNVG: Erster von zwei neuen Doppelstockzügen im Einsatz – Bestandsflotte wird modernisiert

Neuer Doppelstockzug für den Einsatz im Hansenetz | Foto: LNVG

Der erste von zwei neuen Zügen für die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) ist seit Montag im Hansenetz unterwegs. Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember soll auch der zweite Zug in den Einsatz kommen.

Hannover (evn) – Die modernen Züge bestehen je aus einer Lok, fünf Mittelwagen und einem Steuerwagen. Highlight der neuen Fahrzeuge von Hersteller Alstom (früher Bombardier Transportation) ist der neue Mehrgenerationenbereich im Steuerwagen: Eine Sitzlandschaft mit großzügigeren Sitzabständen – dort kann auch ein Kinderwagen oder Rollator abgestellt werden, erklärte Thomas Nawrocki, Bereichsleiter Fahrzeugmanagement von der LNVG. Für die Fahrgäste bieten die beiden neuen Züge unter anderem jeweils rund 700 Sitzplätze mit Steckdosen, überwiegend ebenerdigen Zugang sowie komfortable Sitze mit Klapptischen und Laptop-Halterung. Die Züge verfügen wie gewohnt über einen sogenannten Mehrzweck­mittelwagen, in dem die Anzahl der Fahrradstellplätze saisonal anpassbar ist. Beide Züge kosten zusammen einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.

Neben der Beschaffung der Neufahrzeuge investiert die LNVG zudem in die Modernisierung der bestehenden Zugflotte, die im Hansenetz und auf der Linie RE 5 Cuxhaven – Hamburg verkehrt. So durchlaufen bis voraussichtlich 2026 alle 257 Doppelstockwagen, inklusive der Steuerwagen und der 37 Lokomotiven, die sogenannte „Hauptuntersuchung XL Doppelstock­wagen (HU XL Dosto)“. Die Arbeiten wurden bereits Ende 2019 aufgenommen. Als Prototypen wurden bislang drei Loks und acht Wagen modernisiert.

Nach Angaben der niedersächsischen Landesnahverkehrsgesellschaft schaffen die beiden neuen Züge „die notwendige Luft, um bei der HU XL Dosto nun richtig durchzustarten“. In die Modernisierung der Zugflotte investiert die LNVG nach eigenen Angaben fast 120 Millionen Euro. Erneuert werden im Rahmen der Fahrzeugmodernisierung unter anderem insgesamt rund 24.000 Sitze. Außerdem werden die Wagen mit WLAN und an den Vierer-Sitzgruppen mit Steckdosen ausgestattet. Ebenso wird eine Videoaufzeichnungsanlage installiert. Die modernisierten Wagen seien neuen Fahrzeugen nahezu gleichwertig, betonte Nawrocki, obwohl sie um die 15 Jahre alt und damit etwa die Hälfte ihrer Lebensdauer bereits erreicht haben.