Beschädigte Bahnstrecken nach Hochwasser wohl längere Zeit unbefahrbar

Starkregen und Hochwasser haben an zahlreichen Bahnstrecken für erhebliche Schäden gesorgt | Foto: DB AG

Einige stark beschädigte Bahnstrecken in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind voraussichtlich für längere Zeit nicht befahrbar. Die Deutsche Bahn bemüht sich nach eigenen Angaben um eine schnelle Instandsetzung.

  Aktualisiert | 17. Juli 2021, 21:54 Uhr  

Düsseldorf/Mainz (evn) – Die extremen Schäden im Westen Deutschlands wirken auch zwei Tage nach dem Unwetter noch immer nach. Der Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ist nach Angaben der Deutschen Bahn „massiv beeinträchtigt“. Zahlreiche Strecken sind demnach weiterhin komplett gesperrt oder nur eingeschränkt befahrbar. „Die Wasser­massen haben Gleise, Weichen, Signaltechnik, Bahnhöfe und Stellwerke in vielen Landesteilen von NRW und Rheinland-Pfalz stark beschädigt“, sagte eine Bahnsprecherin zu Beginn des Wochenendes. In NRW seien Gleise auf einer Länge von rund 600 Kilometern betroffen.

Nach wie vor gebe es für die besonders betroffenen Regionen kein umfassendes Lagebild. Die Deutsche Bahn ist noch immer dabei, die Schäden zu begutachten. Eine genaue Prognose über die Dauer aller notwendigen Reparaturarbeiten sei bislang aber noch nicht möglich.

Im Nahverkehr komme es vielerorts aufgrund gesperrter Strecken weiterhin nur zu einem eingeschränkten Verkehr auf den S-Bahn- und Regionallinien. Dort wo kein Zugverkehr möglich ist, verkehrten ersatzweise Busse, soweit dies die Straßenverhältnisse zuließen. Wuppertal ist nach Angaben der Bahn mit Regionalzügen seit Freitag hingegen wieder von Köln aus erreichbar.


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Auch im Fernverkehr müssen Reisende weiterhin mit Umleitungen, Haltausfällen und Verspätungen rechnen: So ist die Strecke Köln – Düsseldorf – Essen – Dortmund nach wie vor nur mit erheblichen Einschränkungen befahrbar. Der Abschnitt Wuppertal – Hagen – Dortmund kann nach Bahn-Angaben weiterhin nicht genutzt werden. Gleiches gilt für die Strecke Köln–Koblenz über Bonn Hbf. Auf dem Abschnitt Köln – Koblenz über Bonn-Beuel auf der rechten Rheinseite ist hingegen ein Zugverkehr möglich. Noch immer unterbrochen ist die internationale Fernverkehrsverbindung von/nach Brüssel, da auch in Belgien zahlreiche Strecken gesperrt sind. Die betroffenen Fernverkehrszüge fallen zwischen Köln Hbf und Bruxelles-Midi aus.

Die Deutsche Bahn weist daraufhin, dass sich Bahnkunden auch in den nächsten Tagen noch auf Verspätungen und Zugausfälle in NRW und Rheinland-Pfalz einstellen müssen. „Für die vom Extremwetter betroffenen Regionen behalten daher alle für den 14. bis 19. Juli 2021 gebuchten Tickets für den Fernverkehr ihre Gültigkeit und können entweder kostenfrei storniert oder bis eine Woche nach Störungsende flexibel genutzt werden“, teilte die Bahn mit. Auch der Umtausch von Sitzplatzreservierungen sei demnach problemlos möglich. Betroffene Reisende, die ihre bereits gebuchte Reise nicht antreten möchten, können ihre Tickets kosten­los zurückgeben, so das Unternehmen weiter. Über die von der Bahn eingerichtete kostenlose Sonder-Hotline 08000 99 66 33 können sich Reisende informieren.

Die Zahl der bestätigten Todesopfer durch die Hochwasser-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz lag am Samstagabend bei 143.