Giffey nennt Idee von autofreier Stadt „wirklichkeitsfremd“ – Attraktives ÖPNV-Angebot aber nötig

SPD-Politikerin Franziska Giffey | Foto: Pixabay / Giffey

Nach Einschätzung von Berlins SPD-Chefin Franziska Giffey werden Autos auch in Zukunft zum Mobilitätsmix in der Metropole dazugehören. Nötig seien aber weiterhin alternative ÖPNV-Angebote.

Berlin (evn) – „Eine 3,7-Millionen-Menschen-Stadt völlig autofrei zu denken, halte ich für wirklichkeitsfremd“, sagte Giffey der Deutschen Presse-Agentur. Gleichwohl müsse dafür gesorgt werden, dass Autos umweltfreundlicher unterwegs sind – also mit Elektro- oder Wasserstoff-Antrieb.

Wichtig sei gleichzeitig der Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), betonte die Spitzenkandidatin der SPD für die Wahl zum Abgeordnetenhaus am 26. September. „Wenn wir gute alternative Angebote wie zum Beispiel mit dem U-Bahn-Ausbau schaffen, um auch die Außenbezirke besser anzubinden, dann glaube ich, dass auch mehr Menschen umsteigen.“ Nötig sei ein attraktives Angebot, „in dem es Spaß macht, den Öffentlichen Nahverkehr zu benutzen“. Als Beispiel nannte Giffey die neue U5 vom Alexanderplatz zum Hauptbahnhof. Dazu gehörten auch preiswerte Fahrscheine: Die SPD plädiert für ein 365-Euro-Jahresticket.

Giffey stellte auch Initiativen in Frage, den öffentlichen Raum für Autos zu verknappen. „Nur die Tatsache, dass man Straßen sperrt oder Parkflächen nicht mehr zur Verfügung stellt, führt ja nicht dazu, dass es automatisch weniger wird. Der Verkehr sucht sich dann andere Wege“, sagte sie.